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Medizin

Melanom: Neues Tumorgen und viele Mutationen

Donnerstag, 10. Mai 2012

dpa

Cambridge – Die erste komplette Genom-Analyse beim Melanom hat zur Entdeckung eines neuen Krebsgens geführt, das in jedem siebten Tumor aktiv war. Die Publikation in Nature (2012) doi:10.1038/nature11071) zeigt außerdem, dass die Gesamtzahl der Mutationen mit der Lichtexposition des Patienten zunimmt.

Das maligne Melanom zählt zu den aggressivsten und gleichzeitig geheimnisvollen Malignomen. Ein wichtiger Risikofaktor für die Bildung des schwarzen Hautkrebses ist die UV-Bestrahlung. Melanome entwickeln sich aber auch häufig an Orten, die normalerweise von Kleidung oder Schuhwerk bedeckt sind. Schon kleine Tumoren können Metastasen streuen.

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Sie erweisen sich dann als resistent gegenüber der Chemotherapie. Die beste Wirkung wird derzeit mit Immunmodulatoren erzielt, die den Angriff des Immunsystems auf den Tumor richten. Im März dieses Jahres wurde zudem mit Zelboraf erstmals ein Medikament zugelassen, das gezielt auf ein Krebsgen einwirkt: Der Wirkstoff Vemurafenib inhibiert das Krebsgen BRAF, das bei etwa 70 Prozent der Patienten vorhanden ist. Die Ergebnisse in den klinischen Studien waren beeindruckend, auch wenn es auch früher oder später zur Remission kommt.

Die Gruppe um Michael Berger vom Broad Institute in Cambridge, Massachusetts durfte hoffen, bei ihrer Analyse des gesamten Erbguts von 25 Melanomen auf weitere Krebsgene zu stoßen. Wie erwartet, wurde in den meisten Tumoren BRAF und NRAS, ein weiteres bekanntes Krebsgen, identifiziert. Die einzige Neuentdeckung war PREX2. Es interagiert in den Zellen mit PTEN, das ein bekannter Tumorsuppressor ist.

Wie genau PREX2 allerdings das Melanomwachstum antreibt, wissen die Forscher bisher nicht. Ob es sich als Ansatzpunkt für eine Krebstherapie eignet, ist ebenfalls nicht klar. In einer Validierung von 104 Tumoren wurde PREX2 nur in 14 Prozent der Tumoren gefunden, was den Einsatz eines derartigen Medikaments stark einschränken würde.

Interessant ist die Assoziation der Mutationsrate mit der Lichtexposition. Beim Tumor eines Patienten, der eine ausgedehnte Exposition in der Anamnese angegeben hatte, wiesen die Forscher 111 Mutationen pro Million Basenpaare nach.

Bei anderen Tumoren, die in lichtgeschützten Regionen, etwa unter der Fußsohle entstanden, waren es nur 1 bis 14 Mutationen pro Million Basenpaare. Dies zeigt, dass die Lichtexposition und hier vor allem die UV-Strahlung das Erbgut der Melanozyten in der Haut stark schädigen kann. Zum Melanom kommt es möglicherweise, wenn die Mutation jene Gene treffen, die normalerweise für die Reparatur der Lichtschäden zuständig sind. © rme/aerzteblatt.de

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