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Medizin

Thromboserisiko bei Kontrazeptivpflaster am höchsten

Freitag, 11. Mai 2012

Kopenhagen – Das Thromboserisiko von hormonellen Kontrazeptiva hängt nicht nur von der Wahl und Konzentration der Hormone ab. Auch die Art der Applikation spielt eine Rolle. Transdermale Pflaster, aber auch Vaginalringe waren in einer Studie im British Medical Journal (BMJ 2012; 344: e2990) mit einem höheren Risiko assoziiert als die „Pille“.

Das Thromboserisiko von oralen Kontrazeptiva ist in den letzten Jahrzehnten immer wieder Gegenstand epidemiologischer Studien gewesen. Zu den verschiedenen nicht-oralen Applikationen gab es jedoch kaum Erkenntnisse. Dabei gelangen über subkutane Implantate, Vaginalringe, beschichtete Intrauterinpessare und transdermale Pflaster teilweise größere Mengen Östrogene und Gestagene in die Blutbahn als nach der Einnahme oraler Kontrazeptiva.

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Der Gynäkologe Øjvind Lidegaard von der Universität Kopenhagen und Mitarbeiter haben jetzt die Hospitalisierungen wegen venöser Thrombosen bei dänischen Frauen im gebärfähigen Alter in den Jahren 2001 bis 2010 mit der Verordnung von Kontrazeptiva in Beziehung gesetzt. Die große Datenbasis von 1,6 Million Frauen und 9,5 Millionen Personenjahren liefert dabei auch für die verhältnismäßig seltene Anwendung von nicht-oralen Kontrazeptiva signifikante Ergebnisse.

Die Autoren berücksichtigen einige Risikofaktoren, die aus dem Jahr der Diagnose (als Marker für die zunehmende Adipositas) und dem Ausbildungsstand abgeleitet werden können. Zu anderen Risikofaktoren wie dem Rauchen bleiben lagen keine Informationen vor.

Für Frauen, die keine Kontrazeptiva anwenden, ermittelte Lidegaard eine Inzidenz von 2,1 Thrombosen pro 10.000 Personenjahre. Für Anwenderinnen von kombinierten oralen Kontrazeptiva stieg die Inzidenz auf 4,5 pro 10.000 Personenjahre (Norgestimat) bis 6,22 pro 10.000 Personenjahre (Levonorgestrel plus 30-bis 40µg Östrogen). Für Vaginalringe ermittelte Lidegaard eine Inzidenz von 7,75 pro 10.000 Personenjahre. Bei transdermalen Pflastern waren es sogar 9,71 pro 10.000 Personenjahre. Das Thromboserisiko war also höher als bei den kombinierten oralen Kontrazeptiva.

Anders ist die Situation bei subkutanen Implantaten und Intrauterin-Pessaren. Bei den subkutanen Implantaten war die Inzidenz nur leicht und nicht signifikant auf 1,70 pro 10.000 Personenjahre erhöht. Für Intrauterin-Pessare, die Levonorgestrel freisetzen, war die Inzidenz sogar niedriger als bei Nichtanwenderinnen (Inzidenz 0,57 pro 10.000 Personenjahre), wobei hier sicherlich zu berücksichtigen ist, dass die kontrazeptive Wirkung der Pessare nicht allein auf der Freisetzung der Hormone beruht. © rme/aerzteblatt.de

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