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Ausland

Widerspruch gegen Patent auf menschliche Spermazellen eingelegt

Dienstag, 15. Mai 2012

München – ­ Der Verein Testbiotech hat am Europäischen Patentamt (EPA) in München Einspruch gegen ein Patent der englischen Firma Ovasort auf menschliche Sperma­zellen eingelegt. „Manche Unternehmen betrachten den menschlichen Körper als einen Rohstoff, der mit Gewinn ausgebeutet werden kann“, sagte heute Christoph Then von Testbiotech. Das Patent EP 1263521 umfasse Spermazellen, die nach Geschlecht vorselektiert seien. Diese sollten im Rahmen der künstlichen Befruchtung verwendet werden, um weibliche Nachkommen zu erhalten. Das Patent soll dem Verein zufolge auch in der Tierzucht eingesetzt werden.

Nach Ansicht von Testbiotech verstößt dies gegen europäische Gesetze, die Patente auf Keimzellen und die Entwicklung des menschlichen Körpers verbieten. Das EPA habe aber schon mehrfach derartige Patente erteilt. Tausende menschlicher Gene, ebenso Organe, Blutzellen und Gewebe seien bereits als Erfindungen patentiert.

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„Unser Einspruch soll dazu beitragen, die ethischen Grenzen im Patentrecht klarer zu definieren“, erklärte Then.

Testbiotech habe zudem das Patent von Ovasort auf eine „Schwarze Liste Europäischer Patente“ gesetzt. Dort befinde sich auch eines der Firma Merck-Serono auf die Verwertung menschlicher Eizellen, gegen das der Verein bereits 2009 Widerspruch eingelegt habe. Erst Anfang Mai hatte das EPA aus technischen Gründen ein anderes Patent auf Spermazellen für die Tierzucht widerrufen. Auch das Europäische Parlament hatte sich jüngst gegen Patente in der Tier- und Pflanzenzucht ausgesprochen. © hil/aerzteblatt.de

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