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Medizin

Intrauterin-Pessar die sicherste Notfallkontrazeption

Dienstag, 15. Mai 2012

Princeton – Nicht das Abortivum Mifepriston, nicht die Morning After Pille und auch nicht „Plan B“ ist die zuverlässigste Methode zur postkoitalen Kontrazeption. Laut einer Meta-Analyse in Human Reproduction (2012; doi: 10.1093/humrep/des140) kann die Einlage eines Intrauterin-Pessars (IUD) eine Schwangerschaft am besten verhindern.

Kelly Cleland von der Princeton Universität haben 42 Studien zusammengetragen, die in den Jahren 1979 bis 2011 durchgeführt wurden. Viele stammen aus China, wo IUDs die bevorzugte Kontrazeption ist. Laut der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) verhüten in China 43 Prozent aller Frauen mit einer „Spirale“ gegenüber nur 13 Prozent im Rest der Welt. Die IUD werden dort häufig nach dem ersten ungeschützten Geschlechtsverkehr eingesetzt. Da sie fünf bis zehn Jahre im Uterus verbleiben, bieten sie den Frauen auch in der Folgezeit eine zuverlässige Kontrazeption.

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Die IUD verhindern, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Uterusschleimhaut einnistet. Diese Nidation erfolgt meist am 5. und 6. Tag nach der Befruchtung, entsprechend bleibt für die postkoitalen Kontrazeption mehr Zeit als etwa nach Plan B. Die Frist für die Notfallkontrazeption mit der Levonorgestrel-Pille wird allgemein mit 3 Tagen angegeben. Für den Progesteron-Rezeptor-Modulator Ulipristal setzt die Fachinformation die Grenze bei 120 Stunden (5 Tage).

Des Weiteren ist die Kontrazeption mit IUDs zuverlässiger als mit Hormonen, berichtet Cleland. Unter 7034 IUD-Anwendungen (zwischen Tag 2 und Tag 10, drei Viertel vor Tag 5) kam es laut der Meta-Analyse nur zehnmal zu einer Schwangerschaft. Darunter waren sechs Schwangerschaften auf 5.629 Anwendungen in China und vier Schwangerschaften bei 200 Frauen in einer Studie aus Ägypten. Die Forscher werten die Studie aus Ägypten als Ausreißer und geben die Versagerrate bei IUDs mit 0,09 Prozent an. Das wäre eine Schwangerschaft auf 1000 postkoitale IUD-Einlagen.

Für Ulipristal gibt die ESHRE eine Versagerrate von 1-2 Prozent an, bei Levonorgestrel betrage sie 2 bis 3 Prozent. Diese Notfallkontrazeptionen wären demnach wesentlich unsicherer als ein IUD. Dennoch werden IUD in den USA selten von den Ärzten vorgeschlagen. Laut einer von Cleland zitierten Umfrage, schlagen 85 Prozent aller US-Ärzte sie niemals vor.

Und 93 Prozent würden ein IUD erst bei einem zweiten Arzttermin einsetzen (wenn es zu spät wäre). Plan B wird in den USA nach Einschätzung von Cleland bevorzugt, weil das Präparat (für Frauen ab 17 Jahre) ohne Rezept in der Apotheke erhältlich ist und die Kosten geringer seien als in IUD. Ein häufig verwendetes IUD kostet dort 718 US-Dollar. © rme/aerzteblatt.de

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