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Ausland

Müttersterblichkeit in zwei Jahrzenten halbiert

Mittwoch, 16. Mai 2012

New York – Die Zahl der Todesfälle bei Schwangeren hat sich aufgrund der medizi­nischen Fortschritte innerhalb von 20 Jahren halbiert. Bei der Vorlage dieser Erfolgs­bilanz wiesen die Vereinten Nationen heute aber darauf hin, dass die gefährlichen Missstände in der Geburtshilfe vor allem in Schwarzafrika anhalten. Weltweit stirbt den Angaben zufolge noch immer alle zwei Minuten eine Frau wegen ihrer Schwangerschaft, unter anderem an Blutungen, Infektionen und den Folgen von Schwangerschafts­abbrüchen. 

Für das Jahr 1990 hatten die Vereinten Nationen 543.000 Todesfälle von Frauen registriert, die durch Schwangerschaft oder Geburt verursacht wurden. Im Jahr 2010 waren es noch 287.000 Todesfälle. Dabei lagen 36 der 40 Länder mit der höchsten Sterblichkeitsquote in Afrika südlich der Sahara.  

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Dem Bericht von Weltgesundheitsorganisation, dem Kinderhilfswerk UNICEF, dem UN-Bevölkerungsprogramm (UNFPA) und der Weltbank nach entfallen weiterhin 99 Prozent aller Todesfälle von Müttern im Zuge einer Schwangerschaft auf Entwicklungsländer. So sterbe in Afrika südlich der Sahara statistisch jede 39. Frau an den Folgen einer Schwangerschaft. In Industrieländern liege diese Quote mit eins zu 3.800 Frauen etwa 100 Mal niedriger.

In zehn Ländern ist das Millenniumsentwicklungsziel, die Müttersterblichkeit um drei Viertel zu reduzieren, laut den UN-Angaben bereits erreicht. Dazu gehörten Nepal und Vietnam. Vor allem in den asiatischen Ländern sank die Zahl der Todesfälle demnach drastisch. In Schwarzafrika hingegen fällt die Bilanz weiter weniger positiv aus.

„Wir wissen genau, was gemacht werden muss, um solche Todesfälle zu vermeiden“, sagte der Direktor des Weltbevölkerungsfonds, Babatunde Osotimehin. „Wir müssen die Familienplanung verbessern, Stellen für Pfleger mit einer Ausbildung als Geburtshelfer schaffen und für Fälle mit Komplikationen Notfallgeburtshilfe sicherstellen.“ Osotimehin beklagte zudem, dass geschätzt 215 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln hätten. © afp/kna/aerzteblatt.de

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