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Medizin

Multiple Sklerose: Marihuana lindert Spastizität

Mittwoch, 16. Mai 2012

dapd

San Diego – Cannabinoide können die Spastizität lindern, unter der viele Patienten mit multipler Sklerose leiden. Dies gilt nicht nur für das im letzten Jahr in Deutschland zugelassene Cannabis-Spray Sativex. Auch das – illegale – Rauchen von Marihuana erzielte in einer randomisierten placebo-kontrollierten Studie im Canadian Medical Association Journal (CMAJ 2012: doi: 10.1503 /cmaj.110837) eine gute Wirkung.

Die 30 Teilnehmer der Studie an der Universität von Kalifornien in San Diego mussten sich vor Studienbeginn einem Drogentest unterziehen. In ihrem Blut durften weder Delta-9-Tetrahydrocannabinol noch Amphetamine, Benzodiazepine, Kokain und/oder sein Metabolit Benzoylecgonin nachweisbar sein. Auch psychiatrische Erkrankungen durften nicht vorliegen. Alle Patienten litten unter einer mittelstarken Spastizität.

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Die Studie hatte ein Cross-Over-Design. Die Patienten rauchten zunächst für drei Tage jeweils einen Joint (oder eine Placebo-Zigarette) und wechselten dann nach einer Auswaschperiode von 11 Tagen die Gruppe. Primärer Endpunkt war die Veränderung in der modifizierten Ashworth-Skala (MAS), wobei die Bewertung mehrerer Gelenke addiert wurde (maximal 24 Punkte).

Wie Jody Corey-Bloom und Mitarbeiter berichten, kam es nach dem Rauchen des Joints zu einer Verbesserung im MAS von 9,13 auf 6,18 Punkte, während die Placebo-Zigaretten ohne Wirkung blieben. Die Schmerzintensität, ein sekundärer Endpunkt, ging von 16,61 auf 8,34 mm auf der 100 visuellen Analogskala zurück. Hier erzielte auch der Tabak eine minimale Wirkung (Rückgang von 14,51 auf 11,52 mm). Eine Auswirkung auf die Gehstrecke, die die Patienten in einer bestimmten Zeit absolvieren konnten, wurde in beiden Studienarmen nicht festgestellt.

Als weiterer erwarteter Effekt stellte sich bei den Teilnehmern nach dem Rauchen des Joints ein Gefühl der „highness“ ein (gemessen mit dem Subjective Ratings of High and Sedation Questionnaire oder SRHS–R-Score). Die meisten Patienten errieten deshalb auch, was sie gerade inhaliert hatten.

Nicht alle empfanden das „highness“-Gefühl als angenehm: Zwei brachten die Studie deswegen sogar ab. Bei zwei weiteren waren Schwindelgefühle und „Fatigue“ Grund für den Abbruch. Einem war die Anwendung zu umständlich, einer gab Schmerzen als Grund für den Abbruch an. Zu den Nebenwirkungen der Cannabisdroge zählte auch ein Rückgang der kognitiven Leistungen um 8 Punkte im Paced Auditory Serial Addition Test (PASAT). © rme/aerzteblatt.de

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