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Politik

Umfrage: 43 Prozent der Allgemeinkranken­häuser mit roten Zahlen

Mittwoch, 16. Mai 2012

© Pietschmann

Berlin – Nach einer aktuellen Umfrage des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) unter seinen Mitgliedern haben 43 Prozent der Allgemein­krankenhäuser das Jahr 2011 mit einem Defizit abgeschlossen haben. Besonders schwierig ist demnach die finanzielle Situation der Allgemeinkrankenhäuser mit weniger als 250 Betten (ohne Fachkrankenhäuser): Hier ist der Anteil der Häuser mit einem negativen Jahresabschluss mit 57 Prozent am höchsten.

„Die in jüngster Zeit immer wieder erneuerten Behauptungen mancher Gesundheitspolitiker und auch des Spitzenverbandes der Krankenkassen, wonach es den Kliniken doch überaus gut gehe, lassen sich durch Zahlen und Fakten nicht mehr belegen. Genau das Gegenteil ist der Fall“, kommentiert VKD-Präsident Josef Düllings.

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Die kleinen allgemeinen Krankenhäuser machten mehr als die Hälfte aller Kranken­häuser aus, betont Düllings: „Sie sind vor allem auch die Garanten der Gesundheits­versorgung in Flächenregionen.“ Finanziell angeschlagen seien aber auch viele andere Krankenhäuser, unabhängig von ihrer Größe und Trägerschaft: „Das sind nicht nur kommunale Häuser, sondern auch freigemeinnützige und private.“ Es handele sich also nicht um individuelles Versagen von Trägern oder Management. Düllings: „Hier liegt ein Systemfehler vor, der schnell behoben werden muss.“

Defizit steigt in diesem Jahr
Der Umfrage zufolge werden in diesem Jahr noch mehr Krankenhäuser mit einem Defizit abschließen. Der VKD-Präsident: „Die Zahlen legen den Schluss nahe, dass die Politik die Finanzlage der Krankenhäuser in Deutschland überwiegend falsch eingeschätzt hat, da offenbar eine einseitige Betrachtung der GKV-Ausgaben für Krankenhausbehandlung die maßgebliche Grundlage politischer Einschätzungen war.“

Hauptursache für die Defizite der Krankenhäuser sind der Umfrage zufolge die Kürzungen aus dem GKV-Finanzierungsgesetz in den Jahren 2011 und 2012. Diese wirkten zusammen mit allgemeinen Kostensteigerungen und den aktuellen Tariferhöhungen als Treibsatz der finanziellen Schwierigkeiten, erläutert Düllings: „Die Defizite sind damit systembedingt und nicht durch schlechtes Wirtschaften der Krankenhäuser verursacht.“ Der Anteil der Allgemeinkrankenhäuser, die ihre Zukunft aus eigener Kraft sichern können, liegt aktuell gar nur noch bei neun Prozent.

Um die Finanzlage der Krankenhäuser zu stabilisieren und zu verbessern, empfiehlt der VKD unter anderem eine Initiative des Bundes zur Verbesserung der Investitionsförderung der Krankenhäuser. Bei aller Haushaltskonsolidierung müsse auch berücksichtigt werden, dass in den Krankenhäusern bundesweit mehr als eine Million Mitarbeiter beschäftigt sind, die zur Rettung, Heilung und Lebensqualität der Menschen rund um die Uhr beitragen.

Darüber hinaus fordern die Krankenhausdirektoren, dass die Kollektivhaftung der Krankenhäuser bei Mehrleistungen einzelner Häuser abgeschafft wird – „bereits bei den niedergelassenen Ärzten hat ein ähnliches Instrument nicht getaugt und wurde abgeschafft“ (Düllings). Der VKD unterstützt hier den Vorschlag der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur Finanzierung von Leistungsveränderungen. Er solle Grundlage einer gesetzlichen Neuregelung sein.

„Die Politik und auch die Krankenkassen müssen sich endlich ihrer Verantwortung für eine Krankenhausversorgung in guter Qualität für die Bürger dieses Landes bewusst werden“, fordert VKD-Präsident Düllings: „Halbherzige Entscheidungen ändern nichts an der aktuell bereits bedrohlichen Situation. Schön geredete Zahlen und populistische Vorwürfe führen zu falschen gesetzlichen Regelungen. Das können wir uns einfach nicht mehr leisten.“

Für seine Umfrage schrieb der VKD im April bundesweit 1.822 Klinikmanager an, von denen sich 547 an der Befragung beteiligten. Mit einer Rücklaufquote von über 30 Prozent sei die Umfrage als repräsentativ einzustufen. © JF/aerzteblatt.de

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Avatar #98372
Thelber
am Mittwoch, 16. Mai 2012, 20:10

Gut, vor 25 jahren haben wir den Blinddarmpatienten ...

oder den Leistenbruchpatienten erst dann entlassen, wenn der Faden raus war. Das war sicher "übertrieben vorsichtig", da damals nach Liegetagen bezahlt wurde.

Heute werden die Patienten am besten am selben Tag entlassen, auch wenn bei einem Diabetiker eine noch deutlich kritische Wunde am Fuß besteht. Das ist sicher übertrieben ökonomisch in die andere Richtung.

Der goldene Mittelweg wird noch gesucht .... Kostenlos geht das nicht !!
LNS

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