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Klinikkonzern Vivantes schreibt weiter schwarze Zahlen

Mittwoch, 16. Mai 2012

Berlin – Der landeseigene Klinikkonzern Vivantes hat 2011 weniger Gewinn gemacht als im Jahr zuvor. Nach Angaben der Geschäftsführung vom Mittwoch stieg der Umsatz im Vergleich 2010 zwar um drei Prozent auf 865 Millionen Euro. Der Jahresertrag belaufe sich aber nur auf 5,1 Millionen Euro, nach 6,3 Millionen Euro im Jahr zuvor. Grund dafür sind nach Angaben des Klinikkonzerns höhere Ausgaben im Personal- und Materialbereich.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen schreibe Vivantes damit bereits das siebte Jahr in Folge schwarze Zahlen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Joachim Bovelet, auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Berlin. Vor allem ein Zuwachs an Patienten habe zu den höheren Umsätzen geführt. Dagegen seien die Ausgaben für Material im Vergleich zu 2010 um 18 Millionen Euro gestiegen (200 Millionen Euro). Die Personalkosten bezifferte er auf 603 Millionen Euro. Das seien 28 Millionen Euro mehr als 2010.

„Was die Patientenzahlen betrifft, haben wir 2011 einen neuen Rekord verzeichnen können2, sagte die Geschäftsführerin des Klinikmanagements, Dorothea Dreizehnter. Knapp eine halbe Million Menschen (496.312) seien ambulant und stationär behandelt worden, das seien etwa 18.700 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten von 6,6 auf 6,5 Tage gesunken. „Damit liegen wir noch unter dem Bundesdurchschnitt von 7,3 Tagen“, fügte Dreizehnter hinzu.

Kreditaufnahme ohne Landesbürgschaft
Um weiterhin leistungsfähig zu bleiben, seien jedoch weitere Investitionen notwendig, betonte Bovelet. Da die Investitionsförderung des Landes Berlin dazu allein nicht ausreiche, habe man sich als erster kommunaler Krankenhausbetreiber entschlossen, in diesem Jahr einen Kredit ohne Landesbürgschaft aufzunehmen. Als „dringlichste Investitionsvorhaben“ nannte er den Neubau der Psychiatrie am Klinikum Hellersdorf und den Ausbau des Klinikums in Friedrichshain, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung.

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Zudem sei ein Ausbau im Bereich Altersmedizin geplant, sagte Dreizehnter. „Schon jetzt sind über 40.000 unserer stationären Patienten im Jahr älter als 75 Jahre alt und der Altersdurchschnitt wird noch steigen.“ Es gelte daher in allen Fachabteilungen eine altersgerechte Versorgung aufzubauen. Darüber hinaus sollten insgesamt drei geriatrische Zentren in Berlin entstehen. Im Herbst will Vivantes am Standort des Wenckebach Klinikum ein Hospiz mit 16 Plätzen eröffnen.

Vivantes ist nach eigenen Angaben der größte kommunale Krankenhauskonzern in Deutschland. Zu ihm gehören neun Krankenhäuser, zwölf Pflegeheime, zwei Seniorenwohnhäuser, eine ambulante Rehabilitation, medizinische Versorgungszentren, ambulante Krankenpflege sowie Tochtergesellschaften für Catering, Reinigung und Wäsche. Nach Angaben der Geschäftsführung beschäftigte der Klinikbetreiber im vergangenen Jahr knapp 14.000 Mitarbeiter. © dapd/aerzteblatt.de

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