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Ärzteschaft

Welche Themen brennen den Ärzten unter den Nägeln?

Montag, 21. Mai 2012

Berlin – Bürokratieabbau, GOÄ, Prävention – im Vorfeld des 115. Deutschen Ärztetages, der am kommenden Dienstag in Nürnberg beginnt, formulieren Ärztinnen und Ärzte, welche Themen ihnen unter den Nägeln brennen und welche Forderungen sie auf dem Ärztetag stellen würden. 

Prävention

„Ich fordere, dass die Prävention endlich vernünftig im Einheitlichen Bewertungsmaßstab und in der Gebührenordnung für Ärzte verankert wird, um auf diese Weise Patientinnen und Patienten gesund zu erhalten. Man könnte zum Beispiel bei Eltern und Kindern den Fokus schon in der Grundschule auf eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung richten. Das wäre viel besser, als den Krankheiten ‚hinterher zu hecheln‘, so wie wir es heute tun.“


Dr. med. Volkmar Männl, 64 Jahre
Facharzt für Innere Medizin
Nürnberg, Bayern

Ausbildung im Krankenhaus
„Die ärztliche Ausbildung hat sich durch die engen ökonomischen Rahmenbedingungen der Kliniken stark verändert. Durch immer weniger ärztliches Personal infolge der Sparzwänge der einzelnen Häuser, sind die Kliniken benachteiligt, die sich für die zukünftige Ausbildung der Mediziner verantwortlich fühlen und dies auch leisten. Gleichzeitig müssen sie die Versorgungsleistung im medizinischen Bereich erfüllen. Hier ist eine adäquate Berücksichtigung dieser Tatsache in den DRGs zu fordern, um die Ausbildung letztlich zu fördern.“

Dr. med. Alfred Höfer, 54 Jahre
Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie
Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin


 EBM
„Ich fordere, den Einheitlichen Bewertungsmaßstab abzuschaffen und die Gebührenordnung für Ärzte auf alle ärztlichen Leistungen anzuwenden.“

Dr. med. Klaus Stefan Holler, 46 Jahre
Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Neutrabling, Bayern


Ärztenetze
„Ich wünsche mir, dass der Deutsche Ärztetag anerkennt, dass in Arztnetzen durch die Kooperation freiberuflich tätiger Ärzte zum Wohle der Patienten zusammengearbeitet wird und dass der Ärztetag deshalb die Politik auffordert, diese wünschenswerte Form der ärztlichen Arbeit besser im Sozialgesetzbuch V zu verankern und zu fördern.“

Dr. med. Andreas Lipécz, 49 Jahre
Facharzt für Innere Medizin
Nürnberg, Bayern


Weiterbildung
„Die Weiterbildung fällt bei uns Frauen mit der biologisch sinnvollen Zeit der Familiengründung zusammen. Das Erlangen der Facharztqualifikation stellt für viele Ärztinnen daher immer noch eine große Hürde dar. Betrachten wir den vorherrschenden Ärztemangel und die Investitionen, die zur Ausbildung jedes einzelnen Medizinstudierenden getätigt werden, dann dürfen wir nicht dabei zusehen, wie den gut ausgebildeten Ärztinnen der Weg aus dem Familienleben zurück in den Beruf so erschwert wird. Ich wünsche mir deshalb konkrete Vorschläge zur Flexibilisierung und bundesweiten Vereinheitlichung der Weiterbildung, zum Beispiel in Form einer modularen Weiterbildung.“  

Dr. med. Iris Cathrin Illing, 32 Jahre
Assistenzärztin in der Inneren Medizin
KMG Klinikum Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern

Bürokratie
„Die Bürokratie vonseiten der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigungen raubt mir etwa 30 bis 40 Prozent meiner Arbeitszeit. In den letzten 25 Jahren ist die Bürokratie auf ein unerträgliches Maß angewachsen. Und sie ist nicht nur lästig, sondern sie führt in den meisten Fällen auch zu nichts. Sie ist zu einem Selbstzweck geworden. Ich fordere deshalb, die ausufernde Bürokratie einzudämmen und auf das allernotwendigste Maß zu reduzieren.“


Dr. med. Hans Jürgen Dörfelt, 60 Jahre
Facharzt für Allgemeinmedizin
Kulmbach, Bayern

GOÄ
„Ich fordere, dass endlich eine neue Gebührenordnung für Ärzte in Kraft tritt, in der vor allem Beratungsleistungen besser bewertet werden.“

Dr. med. Felizitas Leitner, 55 Jahre
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Weßling, Bayern
© fos/aerzteblatt.de

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