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Gesunde Ernährung beste Methode zur Gewichtskontrolle in der Schwangerschaft

Mittwoch, 23. Mai 2012

dapd

London - Schwangere Frauen, einschließlich derer, die adipös oder übergewichtig sind, sollten dazu ermuntert werden, einer übermäßigen Gewichtszunahme mithilfe von Diäten und einer gesunden Ernährungsweise vorzubeugen. Diese Vorschläge machten Wissenschaftler um Shakila Thangaratinam von der University of London. Die Ergebnisse einer entsprechenden Metaanalyse veröffentlichten die Forscher im British Medical Journal (doi: 10.1136/bmj.e2088).

Bisherige Forschungsarbeiten haben einen Zusammenhang zwischen Übergewicht während der Schwangerschaft und dem Auftreten von Fehlgeburten, Embolien oder sogar maternalen und kindlichen Todesfällen gezeigt.

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Übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft geht mit einem erhöhten Komplikationsrisiko für das ungeborene Kind und die Mutter einher. Gynäkologen und Geburtshelfer waren bislang zurückhaltend mit dem Empfehlen von Diäten, da sie negative Nebeneffekte für den Feten befürchteten.

Die Studienergebnisse konnten nun jedoch zeigen, dass eine gesunde Diät unter der Beobachtung von Ärzten Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes oder Schwangerschaftshypertonus entgegenwirken kann.

Der diätetische Rat der Forscher ist, die gesamte Kalorienaufnahme zu begrenzen, sei es durch Fett, Proteine oder Kohlenhydrate. Der Verzehr von Vollkornprodukten, Früchten und Gemüse hingegen sei empfehlenswert.

Die Wissenschaftler werteten in ihrer Arbeit die Daten von 44 verschiedenen Studien aus. Insgesamt umfasste ihre Arbeit die Daten von etwa 7.000 Frauen. Dabei untersuchten sie die Auswirkungen einer Diät, Sport oder aber der Kombination von beidem. Parallel beobachteten sie das mütterliche Gewicht und die Anzahl der Schwangerschaftskomplikationen.

Obwohl alle drei Methoden die Gewichtszunahme der Mütter reduzierten, hatte die Diät die größte Auswirkung mit einer durchschnittlichen Gewichtsreduktion um etwa vier Kilogramm. Trieben die Schwangeren nur Sport betrug die Gewichtsabnahme etwa 0,7 Kilogramm. Die Kombination der beiden Maßnahmen resultierte in einer Gewichtsreduktion von etwa einem Kilogramm.

Die Frauen, die eine kalorienreduzierte Kost zu sich nahmen hatten ein um 33 Prozent geringeres Risiko für das Entwickeln einer Präeklampsie. Das Risiko für einen Gestationsdiabetes war um 60 Prozent geringer. Die Geburtsgewichte der Neugeborenen veränderten sich jedoch nicht.

Die Wissenschaftlerin und ihr Team schlossen aus ihren Beobachtungen, dass die Sorge der werdenden Mütter, ihre Kinder könnten durch eine Diät Schaden nehmen zwar nachvollziehbar aber nicht berechtigt sei. Die Arbeit zeige, dass das Einhalten einer Diät den Kindern nicht schade, gleichzeitig aber das Risiko für Schwangerschafts­komplika­tionen signifikant senken könne.

© hil/aerzteblatt.de

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