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Medizin

Idiopathische Venenthrombose: ASS kann Rezidivrisiko mindern

Donnerstag, 24. Mai 2012

Perugia – Im Anschluss an die orale Antikoagulation nach einer idiopathischen venösen Thromboembolie kann Acetylsalicylsäure (ASS) die Rate von erneuten Thrombosen oder Lungenembolien senken. Dies zeigen die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1959-67).

Bei vielen Patienten mit tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien werden keine Risikofaktoren gefunden, deren Vermeidung oder Therapie ein erneutes thromboembolisches Ereignis verhindern würde. Viele Patienten mit idiopathischer Venenthrombose sind deshalb lebenslang von einer Rethrombose/Embolie bedroht. Dennoch wird bei vielen Patienten nach einiger Zeit die orale Antikoagulation beendet. Die Warfarin and Aspirin oder WARFASA-Studie hat untersucht, ob in dieser Situation eine Fortsetzung der Sekundärprävention mit ASS vorteilhaft ist.

An der Studie nahmen 402 Patienten teil. Sie waren nach einer venösen Thromboembolie bereits über 6 bis 18 Monate mit Warfarin antikoaguliert worden (INR 2,0-3,0). Im Rahmen der WARFASA-Studie wurden sie mit ASS (100 mg/die) oder Placebo weiterbehandelt. Der primäre Endpunkt war eine erneute tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie. Er trat im Placebo-Arm bei 43 von 197 Patienten (11,2 Prozent) nach einer medianen Behandlungsdauer von 24,6 Monaten auf. Im ASS-Arm kam es während dieser Zeit bei 28 von 205 (6,6 Prozent) zu Rethrombose oder Embolie.

Cecilia Becattini von der Universität Perugia und Mitarbeiter errechnen eine Hazard Ratio von 0,58 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,36-0,93). Werden nur Ereignisse betrachtet, die während der Zeit der tatsächlichen Einnahme von Placebo oder ASS auftraten, sinkt die Hazard Ratio auf 0,55 (0,33-0,92). Diesem Vorteil stand in beiden Gruppen nur eine einzelne schwere Blutung gegenüber. Auch die Häufigkeit leichterer Blutungen war in beiden Gruppen ähnlich.

Die Studie, deren Ergebnisse bereits auf der Jahrestagung der American Society of Hematology in Dan Diego vorgestellt wurden, belegen damit klar, dass die ASS in der Sekundärprävention effektiv ist. Ob sie allerdings, wie Becattini schreibt, eine potenzielle Alternative zu einer längeren oralen Antikoagulation ist, muss offen bleiben, da die Studie keinen Arm mit einer Fortsetzung der Warfarin-Therapie hatte.

Noch für dieses Jahr werden die Ergebnisse der Aspirin to Prevent Recurrent Venous Thromboembolism oder ASPIRE-Studie erwartet, die an 822 Patienten aus Australien und Neuseeland der gleichen Fragestellung nachgeht. Auch eine Meta-Analyse beider Studien wird bereits anvisiert. © rme/aerzteblatt.de

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