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Bremer Frühchenstation wurde mit Mehrweghandschuhen gereinigt

Freitag, 25. Mai 2012

Bremen – Die Frühchenstation im Bremer Klinikum Mitte wurde nach der tödlichen Infektionswelle im Jahre 2011 wie alle Häuser des Klinikverbundes Gesundheit Nord mit ungeeigneten Mehrweghandschuhen gereinigt. „Die kritisierten Mehrweghandschuhe wurden auf der ganzen Station benutzt", sagte Klinik-Sprecherin Karen Matiszick am Freitag. Zuvor war bekannt geworden, dass der in der vorigen Woche auf der Haut eines Säuglings entdeckte Keim identisch mit den tödlichen ESBL-Klebsiellen aus dem vergangenen Jahr ist.

In einem Gutachten war die in der Frauenklinik geltende Reinigunsanweisung kritisiert worden, da für einige Arbeiten Haushaltshandschuhe anstelle von Einmalhandschuhen benutzt wurden. Mit ihnen wurden sowohl die Toiletten als auch die Türklinken gereinigt. Der Klinikverbund hatte jedoch betont, dass jede Station einen eigenen Hygieneplan habe und somit der Putzplan auf der Frühchenstation erst überprüft werden müsse. Nun ist klar, dass die Anweisung auch für den sensiblen Bereich der Frühchenstation galt.

Kein Zusammenhang zwischen Reinigung und Todesfällen
„Das heißt aber nicht, dass die Handschuhe nicht immer wieder desinfiziert wurden", betonte die Sprecherin. Da der fragliche Darmkeim nie auf Türklinken oder Lichtschaltern gefunden worden sei, bestehe kein Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den Reinigungsmethoden.

Im gesamten Klinikverbund müssen nun ausschließlich Einmalhandschuhe verwendet werden, die nach der Reinigung jedes Zimmers ausgetauscht werden.

Unterdessen bestätigte sich die Vermutung, dass der tödliche Keim weiterhin im Klinikum vorhanden ist. Der bei dem zehn Wochen alten Jungen entdeckte Keim sei der Gleiche, an dem bereits mindestens drei Frühgeborene starben, sagte Matiszick. „Es handelt sich, wie befürchtet, um den gleichen Keimstamm." Das habe die Genanalyse eines Bochumer Labors ergeben. Zuvor war ein Schnelltest bereits zum selben Ergebnis gekommen.

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Übertragungsweg ist weiter unklar
Der Junge war im Klinikum Links der Weser als Frühchen auf die Welt gekommen. Anfang Mai wurde er wegen eines Leistenbruchs in die Kinderchirurgie des Klinikums Mitte eingewiesen. Wie der Junge mit dem Keim in Kontakt kam, sei unklar, sagte die Sprecherin.

In der Kinderklinik liegt isoliert ein weiteres Baby, das noch von der ersten Ausbruchswelle im vergangenen Jahr betroffen ist. Bei betroffenen Kindern sei unterschiedliches Personal eingesetzt worden, auch die benutzten Geräte seien nicht identisch. Eine Übertragung darüber sei somit ausgeschlossen, sagte Matiszick.

Wegen mangelnder Hygiene starben 2011 auf der Frühchenstation im Klinikum Bremen-Mitte drei Kinder, mehrere erkrankten. Im November wurde die Abteilung geschlossen. Nachdem die Station im Januar wiedereröffnet wurde, tauchte der identische Keim erneut auf. Die Frühchenstation und Geburtshilfe sind seitdem geschlossen. © dapd/aerzteblatt.de

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