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Medizin

Arzneimittel: Neue Applikationsform macht Nadeln überflüssig

Dienstag, 29. Mai 2012

Boston – Mithilfe eines neuartigen Einspritzgerätes könnten Ärzte und Kranken­schwestern in Zukunft subkutan wirksame Medikamente verabreichen, ohne den Patienten mit einer Nadel zu stechen. Daran haben Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology gearbeitet und ihre Ergebnisse in einer Studie im Fachjournal Medical Engineering & Physics (doi: 10.1016/j.medengphy.2011.12.010) publiziert. Die Forscher betonen nicht nur die für den Patienten angenehmere Applikationsform, sondern weisen auch auf die dadurch geringeren Komplikationen durch Nadelstich­verletzungen hin.

Die Idee mit dem Einspritzgerät, welche die Wissenschaftler Ian Hunter, Andrew Taberner und Catherine Hogan verfolgen, ist an sich nicht neu. Die nadelfreie Applikation ist bislang schon Gegenstand vieler Untersuchungen gewesen, wobei es jedoch immer wieder zu Komplikationen kam, so die Autoren.

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Denn das Prinzip, dass das flüssige Arzneimittel mit einem hohen Druck durch eine nur kleine Düse gedrückt wird und somit durch das Gewebe penetrieren kann, bringt grundsätzlich seine Schwierigkeiten mit sich. So sind bisher viele Entwicklungen daran gescheitert, dass Forscher die Flüssigkeit nicht richtig dosieren können und somit keine Kontrolle über die tatsächlich beim Patienten applizierte Wirkstoffmenge besitzen. Bislang schon auf dem Markt erhältliche Produkte funktionierten nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip und seien in der Regel schwer anwendbar, erklärt Catherine Hogan.

Dieses Problem lösten die Wissenschaftler aus Boston nun mittels eines schlagkräftigen, sogenannten Lorentz-Kraft-Motors, der schon während des Einspritzvorganges eine Rückmeldung bekommt, wie viel Arzneistoff schon tatsächlich unter der Haut des Patienten angekommen ist.

Im Gegensatz zu der bisherigen Technik, die vor allem kleine Sprungfedern beinhaltet, funktioniert dieser Motor mit einer Magnetspule und ist so empfindlicher und besser steuerbar. Über die Stärke des dabei zugeführten Stromes lässt sich dabei nicht nur die Menge sondern auch die Geschwindigkeit bestimmen, mit der der Arzneistoff injiziert werden soll.

Mit ihrem Gerät sind die Autoren in der Lage, jedes beliebige, flüssige Medikament bis zu 16 Millimeter unter die Haut zu bringen. In Versuchen an Gelkissen und postmortalem Tiergewebe konnten sie nachweisen, auf diese Weise bis zu 250 Mikroliter eines flüssigen Arzneistoffes applizieren zu können. © hil/aerzteblatt.de

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