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Unverhältnismäßige Entlohnung im Beruf erhöht Herzinfarktrisiko

Dienstag, 29. Mai 2012

Magdeburg – Unzufriedene Berufstätige haben einer Untersuchung zufolge ein höheres Herzinfarktrisiko. Jeder fünfte Beschäftigte in Sachsen-Anhalt Land empfindet ein Ungleichgewicht zwischen Bezahlung und erbrachter Leistung, wie der Gesund­heitsreport 2012 der DAK-Gesundheit ergab. Die sogenannte berufliche Gratifika­tionskrise bedinge ein doppelt so hohes Herzinfarktrisiko. „Dieser negative Stress macht krank“, sagte der Kardiologe Tom Giesler vom MediClin Herzzentrum in Coswig am Dienstag in Magdeburg.

Mit 9,3 Prozent leidet knapp jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland unter einer Gratifikationskrise. Es handelt sich um arbeitsbedingten Stress, wenn für den Beschäftigten Entlohnung, Anerkennung durch den Vorgesetzten, Arbeitsplatzsicherheit oder Karrierechancen nicht im Verhältnis zur Anstrengung stehen. Knapp ein Drittel der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt fühlen sich wegen zunehmender Arbeitsmenge stark bis sehr stark belastet. Häufiger Zeitdruck ist für jeden Vierten im Land eine Belastung.

Auffällig war, dass bundesweit Facharbeiter mit 11,2 Prozent überproportional oft an der Gratifikationskrise leiden, ebenso Arbeiter mit 10,8 Prozent. Selbstständige und Freiberufler (3,9 Prozent) sowie Beamte im höheren Dienst (6,7 Prozent) waren unterdurchschnittlich betroffen. Dies widerlege die Vermutung, das gerade Manager oder Selbstständige eher zu den Risikogruppen zählten, einen Herzinfarkt zu erleiden, sagte Jörg Marschall vom Berliner IGES-Institut, das die Daten für die DAK erhoben hatte.

Regionalchef der DAK-Gesundheit, Björn Schönberg, sagte, es sei für Unternehmen sinnvoll, noch mehr als bisher in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren. Auch aufgrund des demografischen Wandels, werde der Krankenstand in den nächsten Jahren weiter steigen, steuerten Unternehmen nicht durch Prävention gegen.

Untersucht wurden die Krankschreibungen von rund 52.000 erwerbstätigen DAK-Mitgliedern in Sachsen-Anhalt. Für mögliche Verbindungen zwischen Herzinfarkt und Arbeitswelt wurden zusätzlich mehr als 3.000 Berufstätige befragt. © dapd/aerzteblatt.de

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