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Medizin

Arbeitsmedizin: Kognitive Reserve kompensiert Exposition durch Lösungsmittel

Dienstag, 29. Mai 2012

Boston – Langjährige Angestellte des französischen Energiekonzerns EDF-GDF leiden im Alter häufiger unter kognitiven Einschränkungen, wenn sie beruflich mit Lösungsmitteln exponiert waren. Die Assoziation bestand einer Studie in Neurology (2012; 78: 1754-1760) zufolge allerdings nur für Arbeiter mit niedrigem Schulabschluss.

Die beiden staatlichen Energiekonzerne Frankreichs Electricité de France (EDF) und Gaz de France (GDF) stellen seit 1989 die Daten ihrer Mitarbeiter für epidemiologische Studien zur Verfügung. Die GAZEL-Kohorte umfasst auch 4.134 Beschäftigte, die im Alter von 59 Jahren den Digit Symbol Substitution Test (DSST) absolvierten. Der DSST, bei dem die Probanden Ziffern mit bestimmten Symbolen verbinden müssen, ist ein orientierender Test zu den kognitiven Kompetenzen. Lisa Berkman von der Harvard School of Public Health, Boston, hat die Ergebnisse zur Exposition der Angestellten mit vier Lösungsmitteln in Verbindung gesetzt.

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Bei allen vier Lösungsmitteln war eine höhere Exposition häufiger mit kognitiven Einschränkungen assoziiert. Der Zusammenhang bestand allerdings nur bei den Angestellten ohne Hochschulreife. In dieser Gruppe traten im Alter kognitive Einschränkungen zu 14 Prozent häufiger auf, wenn die Angestellten während ihrer beruflichen Laufbahn mit chlorierten Lösungsmitteln exponiert waren.

Eine Exposition mit Benzol erhöhte das Risiko um 24 Prozent, und bei anderen (außer Benzol) aromatischen Lösungsmitteln war das Risiko um 36 Prozent erhöht. Das Ausmaß der Assoziation war dosisabhängig, was für eine kausale Wirkung spricht.

Dass bei den Angestellten mit höherer schulischer Ausbildung trotz vergleichbarer Exposition keine Assoziation bestand, führt Berkman auf die in der Jugend erworbene höhere kognitive Reserve zurück. Sie helfe den Angestellten während des Berufslebens, ihre kognitiven Fähigkeiten länger zu erhalten, vermutet die Forscherin.

© rme/aerzteblatt.de

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