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Medizin

NSAID könnten auch vor Hautkrebs schützen

Dienstag, 29. Mai 2012

Aarhus – Patienten, die wegen Gelenkbeschwerden oder anderer Erkrankungen mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) behandelt werden, können sich über einen möglichen Zusatznutzen freuen. Einer Studie in Cancer (2012; doi: 10.1002/cncr.27406) zufolge erkranken die Anwender etwas seltener an Hautkrebs.

Sigrún Alba Jóhannesdóttir von der Universität Aarhus und Mitarbeiter haben die Verordnungsdaten von 18.532 Dänen, die in den letzten beiden Jahrzehnten an Spinaliom, Melanom oder Basaliom erkrankt sind, mit jeweils zehn Kontrollen verglichen. Dabei stellten sie fest, dass die Hautkrebspatienten seltener NSAID verordnet bekamen.

Für Personen, denen die Ärzte zweimal oder häufiger NSAID verschrieben hatten, war das Risiko auf ein Spinaliom um 15 Prozent vermindert. Melanome traten bei diesen Patienten zu 13 Prozent seltener auf. Für das Basaliom war das Risiko nur für Tumoren vermindert, die nicht an den Prädilektionsstellen an Kopf oder Hals auftraten.

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Die Autorin hält eine leichte hautkrebspräventive Wirkung für möglich. Sie werde vor allem durch nichtselektive NSAID und ältere Mittel wie Diclofenac, Etodolac und Meloxicam getragen, berichtet sie. Eine Reduktion des Risikos um 13 bis 15 Prozent in einer Fall-Kontroll-Studie ist jedoch vergleichsweise gering, was die Anfälligkeit durch Verzerrungen erhöht. So ist leicht vorstellbar, dass Menschen, die NSAID einnehmen, aufgrund ihrer chronischen Gelenkbeschwerden im Sommer die Strände und andere Orte mit hoher UV-Exposition meiden.

Eher verbringen sie die Zeit auf einer sonnengeschützten Veranda, die sie mit ihren schmerzenden Gelenken schneller erreichen. Hinzu kommt, dass NSAID auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Die Autoren konnten deshalb die eingenommene Menge anhand der Verschreibungen nicht genau abschätzen.

Sie hatten auch keine Informationen über die US-Exposition der Hautkrebspatienten und ihrer Kontrollen. Selbst wenn NSAID eine leichte krebspräventive Wirkung haben sollten (wie sie für ASS auch für andere Krebserkrankungen diskutiert wird), dürften die Medikamente ganz sicher keine Alternative zum Lichtschutz sein, zumal sie nicht vor einem Sonnenbrand schützen.

© rme/aerzteblatt.de

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