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Politik

Verbände warnen vor Gefahren des Rauchens

Mittwoch, 30. Mai 2012

Berlin – Vor dem Weltnichtrauchertag am Donnerstag haben Verbände einen konse­quenteren Schutz vor den Gefahren des Tabakkonsums gefordert. Die Deutsche Herzstiftung sprach sich für ein striktes Werbeverbot aus. Das Forum Rauchfrei forderte von der Bundesregierung mehr Distanz zur Tabakindustrie. Laut einer Studie des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wächst zumindest bei den Jugendlichen das Bewusstsein für die Risiken des Rauchens.

Die Lobbyisten der Branche hätten nach wie vor regelmäßig Zugang zu allerhöchsten Stellen von Parlament und Regierung und könnten dort ihre Vorstellungen gezielt anbringen, sagte der Sprecher des Forums Rauchfrei, der Mediziner Johannes Spatz. Insbesondere die FDP lasse sich ganz offensichtlich von der Tabakindustrie einspannen. Gesundheitspolitik werde so auf rein wirtschaftspolitische Fragestellungen reduziert. Dies sei unverantwortlich.

Die Herzstiftung forderte, Tabakwerbung und Tabaksponsoring umgehend zu stoppen. Dadurch würden vor allem junge Verbraucher zum Rauchen animiert. Sinnvoll könnten nach Einschätzung der Stiftung unter anderem standardisierte Verpackungen von Tabakprodukten sein. Die Gestaltung der Verpackung sei wichtig für ihre Werbewirksamkeit und werde von der Tabakindustrie gezielt genutzt.

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Jugendliche mehrheitlich für Rauchverbot
Nach Angaben der BZgA sterben täglich mehr als 300 Menschen in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums. Derzeit raucht hierzulande fast jeder dritte Erwachsene (30 Prozent). Besonders hoch ist die Raucherquote bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren: Dies betrifft 43 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen.

Bei Jugendlichen verliert das Rauchen jedoch zunehmend an Akzeptanz. 89 Prozent der 12- bis 17-Jährigen sprechen sich für Rauchverbote in Diskotheken und Kneipen aus, wie aus der neuen Drogenaffinitäts-Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervorgeht.

Selbst unter den Rauchern befürwortet dies jeder Zweite. 2008 hatte die Zustimmung in der Altersgruppe bei insgesamt 77 Prozent und bei den Rauchern bei 34 Prozent gelegen. Die Zahl der rauchenden Jugendlichen in Deutschland sinkt seit zehn Jahren kontinuierlich. 2001 griffen noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen zur Zigarette. 2011 waren es lediglich 12 Prozent. Der Weltnichtrauchertag am Donnerstag (31. Mai) erinnert an die Gefahren des Tabakkonsums. © dapd/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 30. Mai 2012, 21:11

Werbeverbote alleine reichen nicht !

Der Staat hält seit Jahrzehnten für ein gigantisches Tabaksteueraufkommen hemmungslos die Hand auf. Alle Bundefinanzminister haben sich bequem darauf eingerichtet, dass die Folgen des Zigarettenrauchens in Form nekrotisierender, metastasierender Bronchialkarzinome n u r von der Gemeinschaft der Krankenversicherten und n i c h t vom an der Misere mitverdienenden Staat, geschweige denn von der Tabakindustrie getragen werden.

Deshalb müssen schrittweise bis zu 25 Prozent der Tabaksteuereinnahmen zweckgebunden an die GKV/PKV zurückgeführt werden, da gesetzliche u n d private Krankenkassen alle Kosten der Gesundheitsgefährdungen und Krankheitsfolgen des Tabakkonsums bereits vorfinanziert haben. Vergleichbares gilt auch für die Alkohol- und Branntweinsteuer.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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