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Medizin

Pneumonie: Hoher Blutzucker erhöht Sterberisiko

Mittwoch, 30. Mai 2012

Homburg/Saar – Ein erhöhter Blutzucker, auch unterhalb der Schwelle zum Diabetes, geht mit einer erhöhten Sterberate von Patienten einher, die wegen einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) hospitalisiert werden. Dies geht aus einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e3397) hervor.

Patienten mit Diabetes mellitus haben eine gestörte Immunabwehr. Sie erkranken leichter an einer CAP. Unter den Patienten, die wegen einer CAP hospitalisiert werden, sind deshalb überdurchschnittlich viele Diabetiker. An den Kliniken aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, die sich zum CAPNETZ zusammengeschlossen haben, betrug der Anteil 16 Prozent. Diese Diabetiker haben nach einer Auswertung von Philipp Lepper vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg, ein 2,47-fach erhöhtes Risiko, die Erkrankung nicht zu überleben (90 Tagessterberate).

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Eine erhöhte Sterberate lag allerdings auch bei Patienten vor, die bei der Aufnahme nur eine milde akute Hyperglykämie (Serumglukose 6-10,99 mmol/l) aufwiesen. Auch sie starben zu 56 Prozent häufiger als Patienten mit normalen Glukosewerten. Dies widerlegt die frühere Ansicht, nach der eine „Stress-Hyperglykämie“ für Patienten auf Intensivstation eher günstig ist, da sie die Verfügbarkeit des Brennstoffs Glukose für das Gehirn verbessert. Die Daten von CAPNETZ zeigen im Gegenteil einen von der Glukosekonzentration abhängigen Anstieg der Sterberate.

Aus den Ergebnissen kann allerdings nicht rückgeschlossen werden, dass eine aggressive Senkung des Blutzuckers die Prognose verbessert. Eine intensive Insulintherapie hatte in einer im letzten Jahr veröffentlichten Meta-Analyse an Patienten, die aus unterschiedlichen Gründen intensivmedizinisch behandelt wurden, keinen Vorteil gegenüber einer normalen Blutzuckerkontrolle ergeben (Annals of Internal Medicine (2011; 154: 268-282).

Es kam dagegen zu einem deutlichen Anstieg von hypoglykämischen Komplikationen. Ob die Therapie bei Patienten mit CAP sicherer und effektiv wäre, müsste in einem nächsten Schritte in einer randomisierten Interventionsstudie gezeigt werden. © rme/aerzteblatt.de

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