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Medizin

Ösophaguskarzinom: Chemoradiatio verdoppelt Überlebenszeiten

Donnerstag, 31. Mai 2012

Rotterdam – Eine präoperative Chemoradiotherapie erhöht bei Patienten mit Ösophaguskarzinom die Chance auf eine komplette Resektion des Tumors. Eine randomisierte Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 2074-2084) kann jetzt erstmals zeigen, dass dadurch auch die Überlebenszeiten verlängert werden.

Die Heilungschancen beim Speiseröhrenkrebs sind gering. Auf weltweit jährlich 480.000 Erkrankungen kommen 400.000 Todesfälle. Ein Grund ist die hohe Rate von R1-Resektionen, bei denen die Pathologen nach der Operation Krebszellen im Randbereich des entfernten Tumors finden. Eine präoperative Chemo- und Strahlentherapie kann den Tumor vor der Operation deutlich verkleinern.

Es konnte jedoch bisher nicht eindeutig gezeigt werden, dass dadurch die Prognose der Patienten verbessert wird. Dies ist jetzt erstmals der niederländischen Chemora­diotherapy for Oesophageal Cancer Followed by Surgery Study oder CROSS-Gruppe gelungen.

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Das Team um Ate van der Gaast von der Erasmus Universität in Rotterdam hatte 368 Patienten mit Adeno- oder Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus (einschließlich des Übergangsbereichs zum Magen) auf eine alleinige Operation oder eine zusätzliche Chemoradiotherapie randomisiert.

An der Studie durften nur Patienten teilnehmen, bei denen es noch nicht zu Fernme­tastasen gekommen war (Stadien T1N1 oder T2-3N0-1). Sie mussten einen günstigen WHO-Performance Status von 2 oder besser haben und durften noch nicht mehr als 10 Prozent ihres Körpergewichts verloren haben. Laborparameter und Lungenfunktion mussten anzeigen, dass die Patienten gute Chancen hatten, die strapaziöse Chemoradiatio zu verkraften.

Die Chemotherapie bestand aus der fünfmaligen Gabe von Carboplatin plus Paclitaxel im Abstand jeweils einer Woche. Sie wurde kombiniert mit einer Radiotherapie mit einer Gesamtdosis von 41,4 Gray verteilt auf 23 Fraktionen, die jeweils an 5 Wochentagen verabreicht wurden.

Wie die CROSS-Gruppe jetzt berichtet, haben die meisten Patienten die die Chemoradiatio toleriert: Die häufigsten hämatologischen Komplikationen waren Leukopenie (6 Prozent) und Neutropenie (2 Prozent). Die häufigsten nicht-hämatologischen Komplikationen waren eine Anorexie (5 Prozent) und die Fatigue (3 Prozent). Die postoperative Mortalität betrug in beiden Gruppen 4 Prozent.

Die Chemoradiotherapie steigerte den Anteil der R0-Resektionen von 69 auf 92 Prozent. Bei 29 Prozent der Patienten waren nach der Chemoradiotherapie keine vitalen Tumorzellen im Resektat nachweisbar. Die Überlebensrate nach 1,2, 3 und 5 Jahren wurde durch die Chemoradiatio von 70 Prozent, 50 Prozent, 44 Prozent und 34 Prozent auf 82 Prozent, 67 Prozent, 58 Prozent und 47 Prozent gesteigert. Die mittlere Überlebenszeit wurde signifikant von 24,0 auf 49,4 Monate verdoppelt.

Für van der Gaast ist dies ein deutlicher Vorteil bei einer vertretbaren Toxizität, weshalb er die Chemoradiotherapie allen Patienten im guten Allgemeinzustand empfiehlt, deren Tumor sich in einem potenziell kurablen Stadium befindet. © rme/aerzteblatt.de

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