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Medizin

Nikotin-Gen erleichtert Abstinenztherapie

Donnerstag, 31. Mai 2012

St. Louis – Das gleiche Gen, das die Anfälligkeit auf eine schwere Nikotinsucht erhöht, verbesserte in einer Studie im American Journal of Psychiatry (2012; doi:10.1176/appi.ajp.2012.11101545) die Erfolgsaussichten einer Abstinenztherapie mit Nikotinersatzprodukten oder Medikamenten.

Auf dem Chromosom 15q25.1 befinden sich die drei Gene CHRNA5, CHRNA3, CHRNB4. Sie kodieren Untereinheiten des nikotinischen Acetylcholinrezeptors. An dieser Andockstelle für Neurotransmitter entfaltet das im Tabak enthaltene Nikotin seine Wirkung. Wie stark sie ausfällt, wird offenbar von Varianten in den drei Genen mitbestimmt.

Die Gruppe um Laura Jean Bierut von der Washington University School of Medicine in St. Louis hat bei 5,216 Teilnehmern einer Querschnittsstudie, die das Rauchen aufgegeben hatten, die Ergebnisse des Gentests mit dem Zeitpunkt der Abstinenz in Beziehung gesetzt: Die Träger der Hoch-Risiko-Variante hatten das Rauchen im Durchschnitt zwei Jahre später aufgegeben als Träger anderer Varianten. Die Genträger schafften es auch seltener aus eigenem Antrieb, auf die Zigaretten zu verzichten.

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Danach haben die Forscher den Einfluss des Gens auf den Erfolg einer pharmako­logischen Abstinenztherapie an den Daten einer Interventionsstudie mit 1,073 Teil­nehmern untersucht. Ergebnis: Die Behandlung mit Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi oder mit dem Antidepressivum Bupropion war bei den Trägern des Risikogens dreimal häufiger erfolgreich als bei anderen Abstinenzwilligen.

Die Risikovarianten sind vermutlich nicht die einzigen Gene, die Abhängigkeit und Abstinenzchancen von Rauchern beeinflussen, schreibt Bierut. Nach Ansicht des National Institute on Drug Abuse, das die Studie gesponsert hat, sind die Ergebnisse ein erster Schritt hin zu einer individualisierten Therapie, die Rauchern künftig den Weg in die Abstinenz erleichtern könnten, © rme/aerzteblatt.de

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