Medizin

Bendamustin-basierte Therapie verdoppelt progressionsfreies Überleben bei Lymphompatienten

Sonntag, 3. Juni 2012

Chicago – Langzeitergebnisse einer multizentrischen Phase-III-Studie belegen, dass bei Patienten mit langsam wachsenden Lymphomen und Mantelzelllymphomen die initiale Kombination von Bendamustin plus Rituximab (R) dem Standard CHOP-R (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison, Rituximab) überlegen ist: Das durchschnittliche progressionsfreie Überleben ist unter Bendamustin im Vergleich zu CHOP-R verdoppelt, die Toxizität geringer.

„Dies ist die erste randomisierte Phase-III-Studie, in der Bendamustin versus CHOP-R bei diesem schwierig zu therapierenden Patientenkollektiv verglichen worden ist“, erläuterte Mathias Rummel von der Universitätsklinik Gießen bei der Präsentation der Daten während der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago.

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Das CHOP-R-Regime ist in der Behandlung  von Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen Standard, eine Interimanalyse (2009) der jetzt mit endgültigen Daten präsentierten Studie deutete aber bereits auf einen Vorteil von Bendamustin-Rituximab (B-R) bei Wirksamkeit und Toxizität hin, so dass diese Kombination seit einigen Jahren ebenfalls schon angewandt werde, berichtete Rummel. Nun gebe es für dieses Vorgehen eine solide Datenbasis.

514 Patienten (Durchschnittsalter 64 Jahre) mit unvorbehandeltem, indolentem Non-Hodgkin-Lymphom oder Mantelzelllymphomen wurden in zwei Arme randomisiert: CHOP-R (n=253) oder B-R (n=261). Zum Zeitpunkt der Analyse wurden Patienten bis zu 96 Monate nachbeobachtet.

Bei einer medianen Beobachtungsdauer von 45 Monaten betrug das progressionsfreie Überleben 69,5 Monate unter B-R-Therapie und 31,2 Monate unter CHOP-R, ein statistisch hochsignifikanter Unterschied (Hazard Ratio 0,58; 95% Konfidenzintervall 0,44-0,74; p=0,000014).

Die bessere Verträglichkeit zeigte sich bei den unerwünschten hämatologischen Wirkungen: 12,1 Prozent der Patienten entwickelten pro Therapiezyklus eine Leukozy­topenie (Grad 3/4) unter B-R, aber 38,2 Prozent unter CHOP-R. Eine Neutropenie (Grad 3/4) bekamen 10,7 Prozent pro B-R-Zyklus und 46,5 Prozent pro CHOP-R-Zyklus. G-CSF wurde zur Stimulierung der Hämatopoese bei vier Prozent unter B-R-Therapie und 20 Prozent unter CHOP-R benötigt. Komplikationen durch Infektionen  wurden ebenfalls signifikant häufiger unter CHOP-R gefunden.

„Bendamustin-Rituximab ist dem CHOP-R-Regime bei Patienten mit indolenten und Mantelzell-Lymphomen in Wirksamkeit und Verträglichkeit klar überlegen“, sagte Rummel für die StiL NHL1-Studiengruppe aus Deutschland. Bendamustin-Rituximab sollte für Patienten mit diesen Tumorentitäten bei der Erstlinienbehandlung bevorzugt werden. © nsi/aerzteblatt.de

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