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Ärzteschaft

Ärzten macht ihr Beruf Spaß

Dienstag, 5. Juni 2012

dpa

Berlin – Die überwiegende Mehrheit der Ärzte ist mit ihrer Arbeit zufrieden. Das geht aus dem Ärztemonitor von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und NAV-Virchow-Bund hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. So bewerteten 98 Prozent der knapp 11.000 telefonisch befragten niedergelassenen Ärzte ihre Arbeit als nützlich und sinnvoll, 93 Prozent macht ihre Arbeit Spaß und 90 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden. 82 Prozent der Befragten würden ihren Beruf zudem wieder ergreifen.

Bei nur noch 54 Prozent der niedergelassenen Ärzte stimmt die Berufswahl jedoch mit den Wünschen und Erwartungen überein, die sie zu Beginn ihres Berufslebens an den Arztberuf hatten. Und lediglich 42 Prozent gaben an, für die Behandlung der Patienten ausreichend Zeit zur Verfügung zu haben.

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„Das Ist-Bild des Arztberufes fällt für uns erstaunlich positiv aus“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Köhler. Im Vergleich zur KBV-Umfrage aus dem Jahr 2006 seien die Werte deutlich besser geworden. Das liege auch daran, dass seither eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Ärzte stattgefunden habe. „Ich warne aber davor, zu sagen, dass es den Ärzten wirklich gut geht“, so Köhler.

Das bestätigen weitere Ergebnisse des Ärztemonitors: So gaben 49 Prozent der befragten niedergelassenen Ärzte an, am Endes eines Arbeitstages „völlig erledigt“ zu sein. 29 Prozent erklärten gar, sie fühlten sich durch ihre Arbeit ausgebrannt. Die Wochenarbeitszeit liegt den Angaben der Befragten zufolge im Schnitt bei 54,7 Stunden, wobei Hausärzte 57,6 Stunden arbeiten, Fachärzte 55,3 Stunden und Psychotherapeuten 42,4 Stunden.

62 Prozent dieser Zeit konnten die Ärzte dabei im Durchschnitt für die Patientenversorgung verwenden, weitere 14 Prozent verbrachten sie mit Verwaltungsarbeit. Ein Zusammenhang zeigte sich zwischen Bürokratie und Arbeitsbelastung. So gaben Ärzte mit einem hohen Verwaltungsaufwand deutlich häufiger an, sich am Ende eines Arbeitstages „völlig erledigt“ zu fühlen. Ärzte wiederum, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind, hatten einen geringeren Verwaltungsaufwand.

„Wir verstehen die Ergebnisse des Ärztemonitors als Auftrag, uns noch stärker für den Bürokratieabbau einzusetzen“, erklärte KBV-Chef Köhler. Es gehe vor allem um die Rahmenbedingungen, unter denen Ärzte arbeiten und nicht nur ums Geld. Denn mit ihrem Einkommen seien die meisten zufrieden. 56 Prozent der befragten Ärzte hatten angegeben, mit ihrem Einkommen sehr oder eher zufrieden zu sein. Und 59 Prozent zeigten sich mit der wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis zufrieden.

Auch der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dirk Heinrich, forderte eine Verbesserung der ärztlichen Arbeitsbedingungen. „Die Lösung kann hier vor allem eine verstärkte Kooperation sein“, sagte er. Denn Ärzte in kooperativen Praxisformen bewerteten zum Beispiel ihre Einkommenssituation positiver als in der Einzelpraxis.

Bislang arbeitet jeder vierte Arzt in einem Ärztenetz, wie die Umfrage ergab. Die Hälfte der übrigen Ärzte überlegt jedoch, sich ebenfalls zu beteiligen. Das Interesse an Kooperationen sei also sehr groß und beinhalte auch die Möglichkeit des Bürokratieabbaus, so Heinrich. Hier müsse jedoch auch der Gesetzgeber tätig werden. Ein deutliches Signal, dass die Politik es mit dem Bürokratieabbau ernst meine, sei die Abschaffung der Praxisgebühr oder deren Einzug über die Krankenkassen. © fos/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #110206
kairoprax
am Dienstag, 5. Juni 2012, 22:15

Ärztemonitor - Arztsein macht Spaß!

Endlich mal eine Untersuchung, die nicht immer nur negativ ist.
Jawoll, es macht Spaß, Arzt zu sein!
Es ist nicht nur einer der schönsten, es ist der schönste Beruf von allen, anständig (wenn auch nicht fürstlich) bezahlt, und aussterben wird dieser Beruf auch nie.
Am Ende meines Lebens und meines Berufslebens werde ich zurückblicken können auf viel sehr Schönes (und ein paar Kröten, die man Bürokratie und Schikane nennen kann). Und ich hoffe, daß dieser Rückblick noch lange auf sich warten läßt.
Wenn das nicht ein Beleg dafür ist, daß die Studie stimmt, dann weiß ich auch nicht. In jedem Fall war es auch ein krönendes Tüpfelchen auf dem "i" des ausgelaufenen Ärztetags, der mir beinahe ebenso bejahend erschien.

Dr.Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
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