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Universitätsklinikum Leipzig weitet Hygienemaßnahmen gegen KPC-Keim aus

Dienstag, 5. Juni 2012

Leipzig – Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) kämpft weiter gegen sogenannte Carbapenemase bildende Klebsiellen (KPC). Als multiresistente Darmkeime können sie viele Antibiotika unwirksam machen. Sie wurden vor knapp zwei Jahren erstmals am Universitätsklinikum Leipzig nachgewiesen. Seit Februar 2011 meldet die Klinik pro Monat bei aufgenommenen oder an das UKL verlegten Patienten null bis maximal drei Fälle eines KPC-Nachweises. 2012 gab es bisher zehn neue Nachweise, zuletzt hat die Klinik Ende Mai zwei neue Nachweise registriert.

„Die in den vergangenen Tagen erfolgte nochmalige gründliche Aufarbeitung aller Daten aus den zurückliegenden zwei Jahren hat ergeben, dass in dieser Zeit inklusive der beiden neuen Fälle bei 63 Patienten ein KPC-Nachweis erfolgt ist“, sagte Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des UKL.

Zur Klärung der Übertragungskette und zur weiteren Eindämmung arbeitet das Universitätsklinikum Leipzig eng mit den Landesbehörden und dem von den Landesbehörden beauftragten Robert-Koch-Institut zusammen. „Wir versprechen uns von einem koordinierten gemeinsamen Vorgehen weitere Unterstützung bei dem schwierigen Umgang mit diesem Keim“, sagt der Medizinische Vorstand.

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Bisherige Erfahrungen mit KPC haben keine Hinweise dafür geliefert, dass das mit dem Keim besiedelte Personal als Übertragungsquelle infrage kommt. Trotzdem hat das UKL die Untersuchung aller Mitarbeiter eingeleitet, die mit dem KPC-Keim in Berührung gekommen sein könnten.

Darüber hinaus werden ab sofort alle Patienten, die wegen der Schwere ihrer Grunderkrankung auf eine der Intensivstationen übernommen werden müssen oder die aus anderen Krankenhäusern über die Zentrale Notaufnahme in das UKL verlegt werden, sofort auf KPC untersucht. Dies erfolgt mit Hilfe eines PCR-Schnelltests, der Ergebnisse bereits nach wenigen Stunden und nicht wie bei dem üblichen Nachweisverfahren nach frühestens zwei Tagen liefert.

Solange KPC nicht ausgeschlossen ist, bleiben diese Patienten isoliert. Bereits jetzt sind alle Patienten mit KPC-Nachweis und Kontaktpatienten, bei denen der Keim noch nicht ausgeschlossen ist, auf einer speziell ausgestatteten Station gesondert untergebracht. © hil/aerzteblatt.de

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