NewsMedizinMumps: STIKO plant Impfempfehlung für Berufstätige
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Mumps: STIKO plant Impfempfehlung für Berufstätige

Dienstag, 5. Juni 2012

Berlin – Mumps ist in Deutschland keine reine Kinderkrankheit mehr. Laut einer Umfrage im Epidemiologischen Bulletin (2012; 22: 205-211) liegt der Altersgipfel heute im Jugend- und Erwachsenenalter. Betroffen sind immer häufiger Berufstätige. Die Ständige Impfkommission (STIKO) will die Impfempfehlungen an die veränderte epidemiologische Lage anpassen.

In den letzten beiden Jahren kam es in Bayern mit fast 300 bekannt gewordenen Erkrankungen zur größten Mumps-Epidemie in Deutschland seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG). Die tatsächliche Fallzahl dürfte höher gewesen sein, da das IfSG keine Meldepflicht für Mumps vorsieht.

Anzeige

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat im letzten Jahr bei den Gesundheitsämtern nachgefragt, wie viele Erkrankungen ihnen seit 2001 bekannt wurden: Die Ämter meldeten 54 Ausbrüche, wobei die meisten nur wenige Fälle umfassten. Nur bei 20 Ausbrüchen erkrankten zehn oder mehr Personen. Auffällig ist eine Zunahme der Ausbrüche seit 2006. Das RKI mag allerdings ein „Meldeartefakt“ nicht ausschließen, da länger zurückliegenden Erkrankungen unter Umständen nicht mehr erinnert würden.

Signifikant scheint dagegen die Zunahme des Erkrankungsalters zu sein. Beim letzten großen Ausbruch in Bayern war mit einem Anteil von 46 Prozent vor allem die Altersgruppe zwischen 16 und 22 Jahren betroffen. An einer Grundschule, wo der Ausbruch genauer analysiert wurde, erkrankten neben den Schülern auch Lehrer und Elternteile, die alle nicht geimpft waren.

Die Befragung der Lehrer an der Schule ergab, dass nur 3 von 27 Lehrer alle beiden empfohlenen Impfungen erhalten hatten. Weitere 9 Lehrer besaßen aufgrund ihres Alters (45 bis 65 Jahre) durch frühere Mumpserkrankungen in der Kindheit einen Impfschutz.

Die Epidemie hat aber auch gezeigt, dass eine Mumps-Impfung keinen sicheren Schutz bietet: 8 von 23 Erkrankten der Grundschule hatten beide Impfungen erhalten. Bei drei der zweifach geimpften Kinder hatten die Pädiater denn auch fälschlicherweise Mumps als Differenzialdiagnose ausgeschlossen. Das RKI sieht hier einen dringenden Informationsbedarf vor allem unter Pädiatern, Allgemeinmedizinern und Internisten.

Die STIKO plant für den Sommer neue Empfehlungen. Zur Impfung geraten werden soll allen Berufstätigen, die nach 1970 geboren wurden und noch keinen ausreichenden Impfschutz haben, wenn sie im Gesundheitsdienst mit unmittelbarem Patientenkontakt, in Gemeinschaftseinrichtungen (definiert nach §33 IfSG) und in Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene beschäftigt sind. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER