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Medizin

Erfolgreiche Schwangerschaften nach Lebertransplantation möglich

Montag, 11. Juni 2012

Baltimore – Eine Metaanalyse von Wissenschaftlern um Dorry Segev konnte zeigen, dass Schwangerschaften bei Frauen mit einer Lebertransplantation häufig erfolgreich verlaufen. Die Wissenschaftler konnten mithilfe von acht Studien herausfinden, dass das Risiko für Fehlgeburten niedriger und die Lebendgeburtsrate höher war als in der Allgemeinbevölkerung der USA. Die Forscher von den John Hopkins Medical Institutions in Baltimore veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Liver Transplantation (DOI:10.1002/lt.23416).

In den USA leben etwa 14.000 Frauen im reproduktiven Alter, die bereits Lebertrans­plantate erhalten haben, weitere 500 Frauen erhalten pro Jahr ein Transplantat. Es gab bislang jedoch nur wenige Studien, die sich auf die Schwangerschaftsraten und maternal-fetale Risiken während der Schwangerschaft bezogen.

Segev und Kollegen suchten nun jedoch systematisch nach medizinischer Literatur zwischen 2000 und 2011, die sich mit den Schwangerschaftsergebnissen bei Leber­transplantierten beschäftigte. Dabei beobachteten sie insbesondere mütterliche Komplikationen, Geburtsdaten und die Transplantationsdaten.

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Acht Studien entsprachen den Einschlusskriterien. Insgesamt enthielten sie die Daten von 306 lebertransplantierten Frauen und deren 450 Schwangerschaften. Nach einer Transplantation lag die Lebendgeburtsrate bei 77 Prozent im Vergleich zu 67 Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Außerdem war die Anzahl von Fehlgeburten bei den Lebertransplantierten niedriger als bei gesunden Kontrollpersonen.

Die Raten für Präeklampsie (22 Prozent), Kaiserschnitte (45 Prozent) und vorzeitige Geburtseinleitung (39 Prozent) waren bei den lebertransplantierten Frauen jedoch höher als in der Allgemeinbevölkerung. Das mittlere Gestationsalter lag bei 37 Wochen und das Geburtsgewicht bei durchschnittlich etwa sechs Pfund.

Die Forscher erklärten, dass Schwangerschaften nach einer Lebertransplantation grundsätzlich möglich, aber nicht ohne erhöhte Risiken sind. Sie empfehlen den Frauen, eng mit ihren Ärzten zusammenzuarbeiten, um mögliche Risiken oder Komplikationen frühzeitig zu entdecken und zu behandeln.

Die Geburtsergebnisse für lebertransplantierte Frauen seien vielversprechend, auch wenn die Komplikationsraten relativ hoch seien. Insgesamt seien jedoch weitere Studien und Daten vonnöten, um insbesondere die gesundheitlichen Ergebnisse nach der Geburt zu beurteilen, schlossen die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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