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Medizin

Mammakarzinom: Gene sagen Wirksamkeit von Aromatase-Inhi­bitoren voraus

Montag, 11. Juni 2012

dpa

St. Louis – Bestimmte Tumorgene können möglicherweise die Wirksamkeit einer neoadjuvanten Hormontherapie beim Mammakarzinom vorhersagen. Die Ergebnisse in Nature (2012; doi: 10.1038/nature11143) sollen jetzt in klinischen Studien geprüft werden.

Eine neoadjuvante Therapie soll beim fortgeschrittenen Mammakarzinom den Primärtumor soweit verkleinern, dass nach Möglichkeit brusterhaltend operiert werden kann. Beim prämenopausalen Mammakarzinom wird zu diesem Zweck eine Chemotherapie durchgeführt, beim postmenopausalen Mammakarzinom mit positivem Östrogenrezeptorstatus bietet sich eine neoadjuvante Hormontherapie mit Aromatase-Inhibitoren an.

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Diese Medikamente werden derzeit hauptsächlich in der adjuvanten Hormontherapie nach Entfernung des Primärtumors eingesetzt. Die neoadjuvante Hormontherapie wird aber derzeit in mehreren klinischen Studien evaluiert. Dabei fiel auf, dass es unter der Hormontherapie nicht immer gelingt, den Tumor zu verkleinern.

In einer ausführlichen Genomanalyse hat das Team um Elaine Mardis vom Genome Institute der Washington University in St. Louis nach den Gründen für das Therapieversagen gesucht. Die Forscher sequenzierten bei 77 Studienteilnehmerinnen mit Mammakarzinom im Stadium 2 oder 3 das gesamte Genom des Tumors (aus einer Biopsie vor Therapiebeginn), von denen 48 auf die Hormontherapie ansprachen, während 27 Tumoren resistent waren.

Wie Mardis berichtet, traten bei vielen Mammakarzinomen insgesamt 18 mutierte Gene auf, die in gesunden Zellen der Patienten nicht vorhanden waren. Darunter waren bemerkenswerterweise fünf Gene, die auch mit der Entstehung einer Leukämie in Verbindung gebracht werden. Bei den anderen handelte es sich um „alte“ Bekannte, die bereits in früheren Studien mit dem Mammakarzinom assoziiert waren. Zu den häufigen Veränderungen (20 Prozent) gehörten Fehler im Gen TP53, das den Tumorsuppressor p53 kodiert. Seine intakte Version ist an der DNA-Reparatur beteiligt. Wenn dies nicht geschieht, fördert dies die Krebsentstehung.

Wie sich herausstellte, zeigen Mutationen in TP53 häufig eine Resistenz des Tumors auf die neoadjuvante Hormontherapie an. Dagegen waren Mutationen in MAP3K1 und seinem Schwester-Gen MAP2K4 (Häufigkeit: 16 Prozent) mit einer erfolgreichen Tumorverkleinerung durch Aromatase-Inhibitoren assoziiert. Das traf auch auf Mutationen im Gen GATA3 zu, während MALAT1 eher für ein schlechtes Ansprechen der Therapie sprach.

Die Ergebnisse konnten in einer weiteren Gruppe an 240 Frauen bestätigt werden. Als nächster Schritt kündigen die Forscher eine prospektive Studie an, in der die Patientinnen nach den Ergebnissen der Gentests verschiedenen Therapien zugeordnet werden. Bei einem günstigen Genprofil erhalten sie eine neoadjuvante Hormontherapie, bei einem ungünstigen Ergebnis soll einer Chemotherapie der Vorzug gegeben werden. Von den Ergebnissen dieser Studie wird es abhängen, ob die Gentests Einzug in die klinische Praxis finden werden. © rme/aerzteblatt.de

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