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Medizin

Apoplex: Neuer Wirkstoff soll Gehirn schützen

Dienstag, 12. Juni 2012

Columbia – Ein neuer Wirkstoff könnte in Zukunft verhindern, dass sich die Blutungen eines hämorrhagischen Schlaganfalls im Gehirn weiter ausbreiten und die Gehirnzellen schädigen. Forscher der University of Missouri haben die Effektivität sogenannter Gelatinase-Inhibitoren untersucht und ihre Ergebnisse in einer Studie im Journal Molecular Neurodegeneration (doi:10.1186/1750-1326-7-21) veröffentlicht. Die Autoren unter der Leitung von Zezong Gu halten ihre Ergebnisse für vielversprechend, um die Folgeschäden eines Schlaganfalls künftig besser therapieren zu können.

Die aktuelle Arbeit der Wissenschaftler aus Columbia setzt frühere Studien ihrer Arbeitsgruppe fort. Denn bereits 2005 publizierten Gu und seine Kollegen eine Arbeit im Journal of Neuroscience (doi: 10.1523/JNEUROSCI.1563-05.2005), in der sie herausfanden, dass spezielle Enzyme in der Pathophysiologie hirnschädigender Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen.

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Dazu gehören die über 20 bis lang entdeckten Matrix-Metalloproteine (MMP), darunter vor allem die als Gelatinasen bekannten MMP-9-Enzyme. Das sind Enzyme, die nicht unter anderem das sogenannte Remodeling geschädigter Hirnzellen organisieren.

Ziel der neuen Studie war dementsprechend der Versuch, die Funktionen der MMP-9-Enzyme zu blockieren, um so mit dem nach einem Apoplex drohenden Gewebeumbau entgegenzuwirken. Denn eine zerebrale Ischämie, entweder primär durch ein ischämisches Geschehen oder sekundär nach einer Blutung, aktiviert laut den Wissenschaftlern die MMP-9-Enzyme, welche die Blut-Hirn-Schranke zerstören und die Degeneration der Hirnzellen einleiten.

Für ihre Studie testeten die Forscher nun einen MMP-Inhibitor namens SB-3CT, der spezifisch die Funktionen der Matrix-Metalloproteine MM-2 und MM-9 hemmt. An einem Mausmodell stellten sie zunächst die Pathophysiologie eines Schlaganfalls nach, in dem sie die Hirngefäße ihrer Tiere mit einem Fibrin-reichen Gerinnsel verengten und das Hirngewebe anschließend mikroskopisch untersuchten.

An einer Gruppe der Mäuse wendeten sie eine Behandlung mit SB-3CT an und stellten einen wirksamen Effekt der Gelatinase-Inhibitoren fest. Denn nach dieser Behandlung beobachteten sie bei diesen Tieren signifikant weniger Schädigungen der Hirnzellen und ein insgesamt besseres neurologisches Verhalten.

In Kombination mit einer indizierten Lysetherapie könnte eine Behandlung mit einem Gelatinase-Inhibitor zukünftig eine wichtige Rolle spielen, die Prognose und besonders die Lebensqualität von Schlaganfall-Patienten deutlich zu verbessern, glauben die Autoren der Studie. © hil/aerzteblatt.de

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