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Politik

Katholische Krankenhäuser setzen auf Fusion und Kooperation

Dienstag, 12. Juni 2012

Osnabrück – Die katholischen Krankenhäuser in Deutschland setzen weiter auf Zusammenschlüsse und Fusionen. „Bereits mehr als 70 Prozent der kirchlichen Kliniken sind Teil von Verbünden mit zwei oder mehr Einrichtungen“, sagte der Vorsitzende des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschland (KKVD), der Osnabrücker General­vikar Theo Paul, am Dienstag in Osnabrück. „Regionale Verbundstrukturen werden sich insgesamt eher noch vergrößern. Nur so haben sie eine Zukunftsperspektive.“

Paul äußerte sich mit Blick auf Konzentrationsprozesse im deutschen Krankenhaus­bereich und Pläne des privaten Gesundheitskonzerns Fresenius, den Konkurrenten Rhön-Klinikum zu übernehmen.

In den vergangenen Jahren hätten die konfessionellen Krankenhäuser in Deutschland ihren Marktanteil halten können, obwohl der Anteil der privaten Träger zugenommen habe, sagte der Generalvikar. Die Trägervielfalt im deutschen Gesundheitswesen bringe „auch einen Qualitätswettbewerb mit sich, der durchaus sinnvoll für den Krankenhaus­sektor sein kann“.

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Zur guten Position kirchlicher Kliniken habe auch eine Vernetzung unterschiedlicher Angebote beigetragen, betonte der KKVD-Vorsitzende. Viele konfessionelle Krankenhäuser betrieben auch Einrichtungen für Kurzzeitpflege, Altenpflege und Behinderteneinrichtungen sowie Pflegedienste. „Es hat sich gezeigt, dass es viele Vorteile bietet, die Patienten rundum gut zu versorgen und auch nach einem Kranken­haus­auf­enthalt weiter zu begleiten.“

Der KKVD vertritt bundesweit etwa 435 Kliniken in katholischer Trägerschaft mit etwa 98.000 Betten und an die 165.000 Beschäftigten. In katholischen Krankenhäusern werden alljährlich mehr als 3,5 Millionen Patienten stationär und 5 Millionen ambulant versorgt. Von den rund 2.100 Kliniken bundesweit stehen rund 700 in Trägerschaft der katholischen und evangelischen Kirche.

Mit Blick auf mögliche Kooperationen katholischer Krankenhäuser mit privaten Klinikkonzernen äußerte sich Paul zurückhaltend. Der KKVD setze sich gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Krankenhausverband dafür ein, dass die konfessionellen Krankenhäuser auf verlässliche Rahmenbedingungen vertrauen und notwendige Investitionen tätigen könnten, um Standorte in Zukunft halten zu können.

Ende vergangenen Jahres war das Katholische Klinikum Duisburg durch die Helios Kliniken Gruppe übernommen worden. In diesem Fall habe das Bistum Essen „als Gesellschafter Verantwortung übernommen, die christlichen Werte im Direktorium zu vertreten und in die operative Unternehmensführung einzubringen“.

Mit Blick auf mögliche ethische Streitfragen um Abtreibung, Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe betonte der KKVD-Vorsitzende, hier seien bereits im Vorfeld Absprachen getroffen worden, die vertraglich vereinbart wurden. „Diese gewährleisten, dass die katholischen Werte nicht verletzt werden. Es werden also beispielsweise keine Abtreibungen vorgenommen.“ Im Einzelfall müssten die Gesellschafter Streitfragen diskutieren und dabei auch die seit Jahren in den Kliniken etablierten Ethikkomitees zu Rate ziehen. © kna/aerzteblatt.de

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