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Politik

Uniklinik Marburg: Hilferuf der Ärzte und wissenschaftlichen Mitarbeiter

Dienstag, 12. Juni 2012

Marburg – Ärzte und wissenschaftliche Mitarbeiter des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) am Standort Marburg fordern die Überführung des Klinikums in eine Trägerschaft, „die ausschließlich den Zielen einer der Öffentlichkeit dienenden Einrichtung verpflichtet ist“. Das geht aus einer Erklärung hervor, die Ärzte und Wissenschaftler des Standorts Marburg heute anlässlich einer Betriebsversammlung in Marburg abgeben werden.

Das UKGM wird seit 2006 von der Rhön-Klinikum AG betrieben. Es ist das erste privatisierte Universitätsklinikum in Deutschland. Das Land Hessen hält weiterhin eine 5-Prozent-Beteiligung.

In ihrer Erklärung fordern die Ärzte und Wissenschaftler zudem eine langfristige und verlässliche Perspektive als Voraussetzung für universitäre Wissenschaft. Auch müssten Lehre und Forschung wieder als essenzieller Bestandteil der universitären Medizin adäquat in die klinische Krankenversorgung integriert werden.

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Aufgrund der in den letzten Jahren sukzessive angestiegenen Arbeitsverdichtung seien sowohl eine adäquate Lehre als auch die Wahrnehmung der Forschungsaufgaben nicht mehr gewährleistet, schreiben die Ärzte und Wissenschaftler. Der klinische Routinebetrieb könne aktuell nur noch mittels Überstunden und eines „Shifts“ der für Forschung und Lehre vorgesehenen Arbeitszeiten aufrecht erhalten werden.

Gegenwärtig seien die in Marburg tätigen Ärzte auch nicht mehr in der Lage, die behandelnden Ärzte der Zukunft vernünftig auszubilden. „Zusätzlich ist die Arbeitsverdichtung dafür verantwortlich, dass für die Planung und Durchführung langfristiger wissenschaftlicher Projekte die notwendigen Voraussetzungen nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden sind“, heißt es in der Erklärung. Engagierte und qualifizierte Forscher hätten das Klinikum bereits verlassen. Zugleich könne qualifiziertes Personal nicht mehr für eine Tätigkeit in Marburg gewonnen werden.

Die Entwicklung der letzten Jahre habe leider bestätigt, dass die Aufgaben und Ziele einer universitären Einrichtung nicht mit den Zielen einer Kapitalgesellschaft vereinbar seien, schreiben die Ärzte und Wissenschaftler. „Wir sind nicht mehr bereit, unsere universitären Aufgaben den privatrechtlichen Interessen unterzuordnen“, heißt es weiter.

„Wir fordern hiermit die hessische Landesregierung dringend auf, ihren Verpflichtungen gegenüber Ärzten und Wissenschaftlern in verantwortlicher Art und Weise gerecht zu werden. Nachhaltige Forschung und Lehre sind unabdingbar mit arbeitszeitlichen Rahmenbedingungen verbunden. Diese fordern wir ein!“ © fos/aerzteblatt.de

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