NewsMedizinMöglicher Prognosemarker für CLL beschrieben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Möglicher Prognosemarker für CLL beschrieben

Mittwoch, 13. Juni 2012

Columbus  – Ob eine chronisch lymphatische Leukämie (CLL) schnell oder langsam progredient verläuft, könnte ein Gen namens ZAP-70 genauer voraussagen. Wissenschaftler der Ohio State University haben nach eigenem Befinden einen molekularen Marker identifiziert, mit dem sie nicht nur zuverlässig, sondern auch in relativ kurzer Zeit die Prognose abschätzen können. Das würde auch die Therapieplanung deutlich erleichtern. Ihre Studie erscheint im Journal of Clinical Oncology (doi: 10.1200/JCO.2011.39.3090).

Die CLL ist mit einer Inzidenz von vier auf 100.000 die am weitesten verbreitete Leukämieform und tritt häufiger im höheren Lebensalter auf. Im Gegensatz zu anderen Leukämien ist die prognostizierte Überlebenszeit der Betroffenen sehr variabel und hängt neben der Stadieneinteilung nach Binet auch vom zytogenetischen Befund sowie verschiedenen Laborparametern ab. Dennoch ist es für den behandelnden Arzt laut Aussagen der Autoren derzeit schwer, eine leichtere Verlaufsform der Erkrankung mit einer besseren Prognose von einer prognostisch ungünstigen abzugrenzen.

Anzeige

Das könnte sich aber bald ändern, versichern die Wissenschaftler unter der Leitung von John Byrd. Eine gesteigerte Expression der Tyrosinkinase namens ZAP-70 ist als prognosehinweisender Marker bereits vorhanden und kann im Labor bestimmt werden.

Allerdings ist die Bestimmung von ZAP-70 laut den Forschern bislang in der klinischen Praxis unpraktisch und nicht präzise genug. Daher lag das Augenmerk ihrer Arbeit darauf, die Genexpression dieser Tyrosinkinase genauer zu untersuchen.

Für ihre Analyse verwendeten sie 247 Proben von CLL-Patienten aus vier verschiedenen, voneinander unabhängigen klinischen Studien. Dort führten sie eine hochauflösende, quantitative DNA-Methylierungsanalyse der gesamten Regulationsgene der ZAP-70-Tyrosinkinase durch. Bei dieser Untersuchung identifizierten sie eine einzelne Region, die bei der Methylierung der ZAP-70-Gene eine entscheidende Rolle spielt und signifikant mit der Prognose dieser Patienten korrelierte.

Je häufiger die Tyrosinkinase methyliert wurde, desto schlechter sprach die Therapie an und desto kürzer überlebten die Patienten. Zudem erwies sich die Untersuchung des Methylierungsstatus als effektiv und zusätzlich relativ kostengünstig, so die Wissenschaftler. Statt des bislang ungenauen, aufwendigeren und meist sehr teuren direkten Nachweises der ZAP-70 könnte ihre Diagnostikmethode in Zukunft in den Kliniken etabliert werden, sind sich die Autoren sicher. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. November 2019
Montreal – Kanadische Forscher haben einen Wachstumsfaktor entdeckt, der die Mobilisierung von Stammzellen aus Nabelschnurblut erleichtert. Eine erste klinische Phase 1/2-Studie in Lancet Haematology
Leukämie: Stammzellagonist UM171 erleichtert Verwendung von Nabelschnurblut
1. November 2019
Philadelphia – Der Kinase-Hemmer Gilteritinib hat bei Patienten mit rezidivierender oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML), die Mutationen im Treibergen FLT3 aufweisen, häufiger als eine
Gilteritinib verlängert Leben bei refraktärer/rezidivierender AML
17. Oktober 2019
Freiburg – Aktive oder passive Impfungen könnten ein Ansatz sein, um das Risiko von Graft-versus-Host-Immunreaktionen nach einer Stammzelltransplantation zu senken. Das berichten Wissenschaftler um
Impfung möglicher Ansatz gegen Graft-versus-Host-Immunreaktion
18. September 2019
Berlin – Neue Krebstherapien mit gentechnologisch veränderten Immunzellen sollten nur unter sehr kontrollierten Bedingungen in die Versorgung eingeführt werden, weil sie risikoreich und außerdem sehr
Ersatzkassen und Ärzte fordern Erprobung teurer Zelltherapien in spezialisierten Zentren vor Einführung in die Regelversorgung
23. August 2019
London – Wer eine Krebserkrankung überlebt hat, ist deshalb noch lange nicht gesund. Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie im Lancet (2019; doi: 10.1016/S0140-6736(19)31674-5) zeigt, dass viele
Krebsüberlebende haben erhöhtes Risiko auf venöse Thromboembolien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
2. August 2019
Palo Alto – Eine Kombination aus dem BTK-Inhibitor Ibrutinib und dem CD20-Antikörper Rituximab hat in einer randomisierten offenen Vergleichsstudie zur Erstbehandlung der chronischen lymphatischen
CLL: Kombination ohne Zytostatikum verbessert Therapieergebnisse
21. Juni 2019
Paris – Von Hochspannungsleitungen geht der französischen Gesundheitsbehörde Anses zufolge ein „mögliches“ Leukämierisiko für Kinder aus. Die Experten raten in einer heute veröffentlichten Analyse
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER