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Politik

Arzneimittel: Ergebnis der ersten Preisverhandlungen veröffentlicht

Mittwoch, 13. Juni 2012

Berlin – Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und das Pharmaunter­nehmen AstraZeneca haben heute die wesentlichen Inhalte ihrer Einigung auf einen Erstattungspreis für den Thrombozytenaggregationshemmer Ticagrelor bekannt gegeben. Danach lag der Listenpreis des Medikaments bei 2,48 Euro pro Tag. Der verhandelte Erstattungspreis beträgt 2 Euro pro Tag (Jahrestherapiekosten 730 Euro).

Der Preis gilt rückwirkend vom 1. Januar 2012 an für drei Jahre. Dabei verzichten die Krankenkassen auf den gesetzlich festgelegten Herstellerrabatt von 16 Prozent. Wie die Kassen mitteilen, wird Ticagrelor in den Indikationen, in denen der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) dem Medikament einen Zusatznutzen zugesprochen hat, als Praxisbesonderheit anerkannt. Über die vereinbarte dreijährige Vertragslaufzeit rechne der GKV-Spitzenverband mit Einsparungen mindestens im einstelligen Millionenbereich, heißt es dort.

Mit der Vertragsunterzeichnung zwischen AstraZeneca und dem GKV-Spitzenverband sind die ersten Preisverhandlungen nach den Vorgaben des Arzneimittelmarkt­neuordnungsgesetzes (AMNOG) abgeschlossen (siehe auch DÄ, Heft 24 „Erster Preis erfolgreich verhandelt“). Die Industrie setzt sich allerdings für gesetzliche Änderungen am Verfahren ein.

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Unter anderem dringt sie darauf, dass die Ergebnisse der Verhandlungen mit den Krankenkassen künftig nicht mehr veröffentlicht werden müssen. Unionspolitiker haben diesen Vorschlag aufgegriffen. Er wird zurzeit im Rahmen einer Novelle zum Arzneimittelgesetz beraten.

Hintergrund ist die Befürchtung der Pharmaindustrie, dass eine Veröffentlichung der verhandelten Rabatte das europäische Preisgefüge ins Rutschen bringt. Denn Deutschland, wo in der Vergangenheit relativ hohe Preise erzielt werden konnten, gilt in vielen anderen Staaten als Referenzpreisland. © HK/aerzteblatt.de

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Thelber
am Freitag, 15. Juni 2012, 21:12

Referenz-Priesland Deutschland ....

Schön, das auch mal zu wissen. Es handelt sich wohl um die Referenz für den maximal erreichbaren Preis ???

Eine Frage bleibt offen: Wenn die Verträge nach den 3 Jahren abgelaufen sind, wer gestaltet dann den Preis ? Wird dieser dann angehoben, um über alle die eingestellten Patienten (der welcher Arzt will diese Patienten dann noch auf Marcumar einstellen ??) den Gewinn dann wenigstens noch in dieser "2.Runde" einzufahren ???
LNS

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