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Politik

Rhön-Klinikum AG: Pföhler wirbt vor Aktionären für Annahme der Fresenius-Offerte

Mittwoch, 13. Juni 2012

dpa

Frankfurt/Main – Der Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG hat heute vor Aktionären dafür geworben, das Übernahmeangebot des Gesundheitskonzerns Fresenius, zu dem auch die Helios-Kliniken gehören, anzunehmen: „Wir halten den Angebotspreis für die Aktien insgesamt für angemessen“, sagte Wolfgang Pföhler heute bei der Haupt­ver­samm­lung des privaten Klinikkonzerns in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Der Vorstand habe daher einstimmig für die Annahme des Angebotes gestimmt.

Er teile die Einschätzung zur generellen strategischen Logik des Zusammenschlusses zweier großer privater Klinikbetreiber, betonte Pföhler: „Wir wollen so unseren Weg vom Krankenhausbetreiber zum integrierten Gesundheitsversorger konsequent fortsetzen.“ Der Zusammenschluss von Rhön und Helios eröffne neue Gestaltungsmöglichkeiten für den Auf- und Ausbau von medizinischen Versorgungsstrukturen über Sektorengrenzen hinweg. Damit könnten in Deutschland wesentliche Schritte auf dem Weg zu einer flächendeckend integrierten medizinischen Versorgung verwirklicht werden.

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Am 26. April hatte Fresenius den Rhön-Aktionären ein Kaufangebot in Höhe von 22,50 Euro je Aktie unterbreitet. Das Angebot lag damit um 52 Prozent über dem Schlusskurs der Aktie am Vortag. Insgesamt hätte die Transaktion ein Volumen von mehr als drei Milliarden Euro. Mit dem Zusammenschluss von Rhön und Helios entstünde der europaweit größte private Krankenhausbetreiber, bestehend aus 104 Akutkrankenhäusern, 24 Rehabilitationskliniken und 70 Medizinischen Versorgungszentren. Der Jahresumsatz läge deutlich über sechs Milliarden Euro.

„Uns war bei der Prüfung des Angebots besonders wichtig, dass auch die berechtigten Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rhön-Klinikum AG gesichert sind“, erläuterte Konzernchef Pföhler. Deshalb habe man mit dem Fresenius-Vorstand eine Grundsatzvereinbarung abgeschlossen, in der es um den Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen gehe, aber auch darum, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten nicht verschlechterten.

Pföhler äußerte sich aber durchaus skeptisch, dass es tatsächlich zu einer Übernahme durch Fresenius kommt:  Die Mindestannahmeschwelle von 90 Prozent plus einer Aktie sei eine hohe Hürde: „Es kann dementsprechend nicht ausgeschlossen werden, dass das Angebot an dieser Mindestannahmeschwelle letztendlich auch scheitern kann.“

Für den nicht unwahrscheinlichen Fall, dass die geplante Rhön-Übernahme durch Fresenius am Ende doch noch scheitert, versprach Pföhler, „dass wir wie bisher mit vollem Engagement die Fortentwicklung unserer Gesellschaft vorantreiben werden“. Die Rhön-Klinikum AG sei ein kerngesundes und erfolgreiches Unternehmen – wie ja auch Fresenius erkannt habe.

2011 erwirtschafte Rhön Umsatzerlöse in Höhe von 2,63 Milliarden Euro (plus 3,1 Prozent gegenüber 2010). Damit wurde das Jahresziel der börsennotierten Klinikkette erreicht. Der Konzerngewinn belief sich nach Abzug aller Aufwendungen auf 161,1 Millionen Euro (plus 11 Prozent). Pföhler: „Damit erwirtschafteten wir den höchsten Konzerngewinn, das höchste EBITDA und EBIT sowie mit 303,9 Millionen Euro den höchsten operativen Cash-Flow seit Unternehmensgründung.“

Er empfahl der Versammlung, eine Rekorddividende von 0,45 Euro je Stückaktie zu beschließen (plus 22 Prozent). /JF © JF/aerzteblatt.de

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