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Hochschulen

Fünf neue Elite-Universitäten in Deutschland

Freitag, 15. Juni 2012

Matthias Kleiner und Annette Schavan zeigen die neuen Elite-Unis dapd

Bonn – Deutschland hat fünf neue Elite-Universitäten. Die Unis in Bremen, Köln und Tübingen, die Humboldt-Universität Berlin und die Technische Universität Dresden erhielten den Status am Freitag in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative, einem milliardenschweren Programm zur Förderung der Spitzenforschung in Deutschland.

Von den neun bisherigen Elite-Unis verteidigten sechs Hochschulen ihren Titel, darunter die Freie Universität Berlin und die beiden Unis in München. Göttingen, Freiburg und Karlsruhe verloren den Sonderstatus - und damit auch die dazugehörige Finanzspritze aus dem Programm. Insgesamt gibt es nun bundesweit elf Exzellenz-Hochschulen.Auch die Ruhr-Universität Bochum und die Johannes-Gutenberg-Uni Mainz hatten sich um den prestigeträchtigen Titel bemüht. Die beiden Hochschulen gingen aber leer aus. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat gaben die Entscheidungen in Bonn bekannt.

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Bund und Länder hatten ihr Programm 2005 gestartet, um die Spitzenforschung in Deutschland zu stärken und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen. Gefördert werden drei Bereiche: Graduiertenschulen zur Betreuung von Doktoranden, große Forschungsprojekte (Exzellenzcluster) – und der Ausbau von Hochschulen zu Elite-Universitäten.

Elf Unis teilen sich 142 Millionen Euro im Jahr
In der ersten Phase bis 2012 waren 1,9 Milliarden Euro aus dem Programm an die Hochschulen geflossen. In der zweiten Phase bis 2017 bekommen die ausgewählten Unis nun weitere 2,7 Milliarden Euro. 142 Millionen Euro pro Jahr werden unter den elf Spitzen-Unis verteilt. Für jede dieser Hochschulen bedeutet das im Schnitt fast 13 Millionen Euro jährlich. Die ausgewählten Graduiertenschulen können mit einer bis 2,5 Millionen Euro pro Jahr rechnen, die Forschungsprojekte mit drei bis acht Millionen jährlich.

Die Exzellenzinitiative läuft nach bisheriger Planung 2017 aus. Für den Bund ist es bislang nur erlaubt, Hochschulen zeitlich befristet und auf Projektbasis finanziell zu unterstützen. Bun­des­for­schungs­minis­terin Annette Schavan (CDU) hat deshalb eine Grundgesetzänderung auf den Weg gebracht. Der Bund soll damit künftig die Möglichkeit bekommen, auch dauerhaft wissenschaftliche Einrichtungen an Hochschulen zu fördern - und nicht wie bisher nur zeitlich begrenzte Projekte.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wertete die Initiative als „einen großen Schub für unser Wissenschaftssystem“. Dieses werde heute „weltweit sehr geschätzt“ und übe eine „große Anziehungskraft“ aus. Allein zwischen 2005 und 2009 sei die Zahl der ausländischen Wissenschaftler in Deutschland um ein Drittel gestiegen. Auch die Studenten profitierten von der Initiative, zeigte sich Schavan überzeugt. Denn sie hätten dadurch „Zugang zu hochklassigen Forschungskonzepten, guten Lehrangeboten und neuen Berufschancen in der Wissenschaft.“

Die Initiative stärkte nach Ansicht von DFG-Präsident Matthias Kleiner den Forschungsstandort Deutschland im internationalen Vergleich „erheblich“. Die bewilligten Projekte kämen zudem von mehr als einem Drittel der Universitäten. „Das zeigt, dass Spitzenforschung in Deutschland breit und vielfältig aufgestellt ist“, erklärte Kleiner.

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Wolfgang Marquardt, sprach von einer „hohen Qualität“ der Anträge in allen Förderbereichen. „Wir haben uns dazu entschlossen, die beantragten Budgets nicht in voller Höhe zu bewilligen, um dafür mehr Anträge fördern zu können“, erklärte Marquardt.

Die SPD forderte weitere Anstrengungen für die Wissenschaft. „Wir dürfen uns auf dem erreichten Stand nicht ausruhen, denn Wissenschaft zeichnet sich durch eine hohe Dynamik aus“, erklärte der Vorsitzende des SPD-Wissenschaftsforums, der Thüringer Wissenschaftsminister Christoph Matschie. Es sei wichtig, neben der Forschung auch die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und eine gute Lehre im Blick zu haben. © afp/dapd/aerzteblatt.de

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