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Medizin

Frühere Geburtseinleitung bei Zwillingen vorteilhaft

Freitag, 15. Juni 2012

dpa

Adelaide – Zwillinge haben nach der Geburt bessere Startchancen, wenn sie etwas früher als erwartet geboren werden. Eine Induktion der Geburt in der 37. Woche hat in einer randomisierten Studie in BJOG (2012; doi: 10.1111/j.1471-0528.2012.03356.x) die Häufigkeit neonataler Komplikationen um mehr als die Hälfte reduziert.

Der Uterus der Frau ist von Natur aus eher für ein Kind ausgelegt. Für Zwillinge wird es deshalb in den letzten Wochen und Tagen der Schwangerschaft eng. Die Folge ist eine erhöhte Rate von spontanen Frühgeburten bei Zwillingen. Bei einer normalen Gestationsdauer kommt es häufiger zu Mangelgeburten (Small for Gestational Age, SGA). Da sie mit einer erhöhten neonatalen Morbidität einhergeht, empfiehlt das britische Royal College of Obstetricians & Gynaecologists seit kurzem, die Geburt von Zwillingen in der 37. Woche aktiv einzuleiten.

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Die Evidenz hierfür liefert jetzt eine randomisierte Studie an 235 Frauen mit Zwillingsschwangerschaft aus Australien, Neuseeland und Italien. Bei der Hälfte der Frauen wurde für die 37. Woche eine vaginale Entbindung geplant oder ein elektiver Kaiserschnitt wurde, sofern er aus anderen Gründen vorgesehen war, auf diesen Termin vorverlegt. In der anderen Gruppe warteten die Geburtshelfer das natürliche Eintreten der Wehen ab. Bei einem elektiven Kaiserschnitt wurde dieser auf die Zeit um den natürlichen Termin gelegt.

Der Endpunkt der Studie war das Auftreten neonataler Komplikationen einschließlich Tod, schwerem Atemnotsyndrom, niedrigem Apgar-Score, Krampfanfällen oder systemischen Infektionen in den ersten 48 Stunden nach der Geburt. Wie Jodie Dodd von der Universität Adelaide und Mitarbeiter mitteilen, konnte der Endpunkt durch die Vorverlegung der Geburt von 12,2 Prozent auf 4,7 Prozent gesenkt werden (Risikorate 0,39; 0,20–0,75).

Auch das Geburtsgewicht war, relativ zum Gestationsalter versteht sich, nach früherer Geburt höher: Der Anteil der Kinder unter der der dritten Perzentile wurde von 10,1 auf 3,0 Prozent (Risikorate 0,30; 0,13–0,67) gesenkt.

Negative Auswirkungen der geplanten Geburt auf die Gesundheit der Mutter konnte Dodd nicht feststellten. Auch die Rate von Kaiserschnitten sei durch die Vorverlegung des Geburtstermins nicht künstlich erhöht worden. © rme/aerzteblatt.de

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