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Apobank will ihre Mitglieder um zusätzliches Kapital bitten

Montag, 18. Juni 2012

Düsseldorf – Die nach missglückten Ausflügen auf den Kapitalmarkt zu einer soliden Geschäftspolitik zurückgekehrte Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) plant eine Kapitalerhöhung. Hintergrund ist aber nicht akute Kapitalnot der großen Genossenschaftsbank, sondern die Notwendigkeit, mittelfristig die verschärften Eigenkapitalanforderungen an Kreditinstitute (Basel III)  zu erfüllen, wie Herbert Pfennig, Sprecher des Vorstands, auf der Versammlung der Vertreter von knapp 100.000 Mitgliedern in Düsseldorf erläuterte.

Das Echo auf seinen Vorschlag in der Ver­tre­ter­ver­samm­lung wertete Pfennig gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt als „überwältigend positiv“. Den Vertretern der Mitglieder nannte der Bankchef auch eine mögliche Größenordnung der Kapitalerhöhung: Wenn ein Geschäftsanteil von heute 1.500 auf 2.000 Euro vergrößert werde, kämen für die Bank 250 Millionen Euro neues Kapital zusammen. Das wäre etwa die Hälfte des zusätzlichen Eigenkapitals, das bis 2018 aufgebracht werden soll.

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Die  Apobank (38,84 Milliarden Euro Bilanzsumme) hatte 2011 ihre Kernkapitalquote von 7,2 auf 8,5 Prozent verbessert. Ein Beschluss über die Kapitalerhöhung soll 2013 von der nächsten Ver­tre­ter­ver­samm­lung gefasst werden. Der Vorstand sieht alle Banken  in einem schwierigen Marktumfeld auch im Wettbewerb um frisches Kapital.

Mit einer Dividende von vier Prozent für das Geschäftsjahr 2011, die von der Ver­tre­ter­ver­samm­lung einstimmig beschlossen wurde, erhalten die Mitglieder derzeit eine attraktive Verzinsung ihrer Einlagen. Die Apobank kann sich  auf ein solides Kerngeschäft stützen, ablesbar an auch im bisherigen Jahresverlauf gestiegener Kundenzahl und fast 2 Milliarden Euro neu vergebenen Krediten.

Trotz niedrigem Zinsniveau  und heftigem Wettbewerb um Kundeneinlagen   liegt der der Zinsüberschuss mit 277 Millionen Euro nach Pfennigs Angaben höher als im Vorjahreszeitraum.  Pfennig  rechnet 2012 auch aufgrund hoher Investitionen in die Informationstechnik mit einem etwas schlechteren operativen Gewinn als 2011. „Trotzdem planen wir einen Jahresüberschuss, der wieder eine angemessene Dividendenzahlung erlaubt“, stellte Pfennig heraus.

Der Bestand an strukturierten Finanzprodukten, wie zum Beispiel verbrieften Immobilienkrediten, mit Schwerpunkten in den USA, Spanien und Großbritannien, die das Institut in arge Schwierigkeiten gebracht hatten, konnte seit 2009 von 5,5 auf 2,7 Milliarden Euro (Stand: 31. Mai) abgebaut werden. In diesem Jahr waren auf solche „toxischen Papiere“  bisher nur geringe Abschreibungen nötig. Geld kostet das direkte Engagements in den europäischen Sorgenländern. 

Pfennig hatte auf sorgenvolle Fragen in der Ver­tre­ter­ver­samm­lung allerdings auch gute Nachrichten, zum Beispiel im Blick auf Griechenland: Zwar reichten 75 Millionen Euro Rückstellungen für übernommene Kreditausfallversicherungen  nicht ganz aus, der Schuldenschnitt belastete den Gewinn der Apobank um weitere 7 Millionen Euro. Nachdem – mit einem einstelligen Millionenverlust  – im  Mai verbriefte griechische Hypothekenkredite von 23 Millionen Euro verkauft wurden, konnte Pfennig erleichtert feststellen: „Die Bank ist damit komplett aus Griechenland raus.“ Auch gegenüber Ungarn beständen keine offenen Positionen mehr.

Dafür ist die Apobank stark in Spanien engagiert: mit Krediten an spanische Banken von 180 Millionen Euro und verbrieften Hypothekenkrediten im Volumen von 330 Millionen Euro. Sollten letztere unerwartete Wertverluste erleiden, würde nach Angaben des Vorstands die Garantievereinbarung mit dem Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken greifen.

Die Forderungen an spanische Banken würden durch das kürzlich von der Eurogruppe angekündigte 100-Milliarden-Euro-Kreditpaket indirekt  gestützt. Konkrete Prognosen über  die weitere Risikovorsorge seien allerdings seriös kaum möglich, sagte Vorstandsmitglied Thomas Siekmann. Mit einer Ausnahme: „Die Staatsschuldenkrise bleibt uns noch einige Zeit erhalten“. © Stü/aerzteblatt.de

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