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Medizin

Hohe Östradiol­konzentration als Schlaganfalls- und Herzinfarktrisiko

Montag, 18. Juni 2012

Paris – Frauen ab dem 65. Lebensjahr haben ein höheres Risiko, einen Schlaganfall oder einen Myokardinfarkt zu bekommen, wenn sie hohe Östradiolkonzentrationen im Blut aufweisen. Diese Erkenntnisse gewannen Wissenschaftler um Pierre-Yves Scarabin, indem sie die Daten von etwa 6.000 Frauen untersuchten. Die Forscher von der University Paris-Sud publizierten ihre Ergebnisse im Journal of the American Heart Association (doi: 10.1161/JAHA.112.001388).  

Frauen haben seltener Schlaganfälle oder Herzinfarkte als Männer. Nach der Menopause ist dieser Unterschied jedoch weniger stark ausgeprägt. Bislang dachte man, dass das Östrogen einen kardioprotektiven Effekt hat und prämenopausale Frauen schützen kann. Die aktuelle französische Studie stellt diese Vermutungen jedoch infrage. 

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Östrogenhormone spielen eine Schlüsselrolle bei der sexuellen Entwicklung und der Fortpflanzung von Frauen. Dabei gehört das Östradiol zu den aktivsten Hormonen. Die Östradiolkonzentrationen sind besonders in der Fortpflanzungsperiode hoch. Nach dem Klimakterium stellen die Eierstöcke ihre Hormonproduktion ein und es kommt zu einem starken Abfall der Östradiolkonzentrationen im Blut.

Die Wissenschaftler werteten in ihrer Studie die Daten von etwa 6.000 Frauen ab einem Alter von 65 Jahren aus. Sie maßen die Östradiolkonzentrationen im Blut jeweils zu Beginn der Studie und im Beobachtungszeitraum von vier Jahren. Innerhalb der vier Jahre kam es zu 150 kardiovaskulären Ereignissen.

Die Ergebnisse zeigten, dass erhöhte Östradiolkonzentrationen zu einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Myokardinfarkte führten, auch wenn die pathognomischen Zusammenhänge weiterhin nicht erklärbar waren. Der Einfluss der Östradiolkonzentration lässt sich laut den Wissenschaftlern auch nicht auf Interaktionen mit weiteren Erkrankungen wie Diabetes oder Adipositas zurückführen.

Die Forscher erklärten, es sei notwendig die Rolle des Östradiols in den entzündlichen Prozessen besonders bei fettleibigen Frauen zu untersuchen, da deren Fettgewebe mit hohen Östrogenkonzentrationen einhergehe.

Außerdem seien auch bei jüngeren postmenopausalen Frauen Studien durchzuführen, um Östrogenkonzentrationen und deren Auswirkungen auf kardiovaskuläre Erkrankungen zu überprüfen. © hil/aerzteblatt.de

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