NewsAuslandSchweizer Kanton Waadt für Sterbehilfegesetz
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Schweizer Kanton Waadt für Sterbehilfegesetz

Montag, 18. Juni 2012

Lausanne – Die katholische Kirche im Schweizer Kanton Waadt bedauert die dortige Entscheidung zur gesetzlichen Regelung von Sterbehilfe. Der Bischofsvikar der katholischen Kirche im Kanton Waadt, Marc Donze, erklärte, die Mission der Kirche bleibe auch weiterhin die Begleitung von Personen am Lebensende hin zum Tod. Die Verbindlichkeit von Sterbehilfe in medizinischen Einrichtungen könne eine Banalisierung des Willens mit sich bringen, seinem Leben ein Ende zu setzen, kritisierte er.

Rund 60 Prozent der Bevölkerung in Waadt hatten am Sonntag für eine gesetzliche Regelung von Sterbehilfe in Krankenhäusern und Pflegeheimen gestimmt. Bei der Abstimmung hatten zwei Varianten zur Wahl gestanden. Die Sterbehilfeorganisation „Exit“ wollte eine Verpflichtung öffentlicher Pflegeheime durchsetzen, ihren Insassen auf Wunsch ein Recht auf Beihilfe zum Suizid zu gewähren. Der nun angenommene Gegenvorschlag der Kantonsregierung sieht Beihilfe zum Suizid nur unter bestimmten Bedingungen vor.

Demnach soll ein geplanter Freitod ausschließlich jenen Heimbewohnern oder Patienten erlaubt sein, die an einer unheilbaren Krankheit leiden. Ein Arzt soll die Urteilsfähigkeit der Betroffenen bestätigen; angehört werden müssen auch das Pflegepersonal und die Angehörigen. Zudem müssen die Betroffenen über die Möglichkeiten schmerzlindernder Pflege informiert worden sein.

Anzeige

Auch der Kanton Zürich will die Beihilfe zum Suizid demnächst per Gesetz regeln. Es solle sichergestellt werden, dass „die begleiteten Suizide in ethisch korrekten Bahnen verlaufen“, so der Zürcher Justizdirektor Martin Graf. Zudem sollen ausländische Sterbewillige künftig den finanziellen Aufwand von Polizei, Amtsarzt und Untersuchungsbehörden übernehmen.

Das Sterbehilfegesetz soll Standards für Organisationen festlegen und Vorschriften für die Begleitung erlassen. Vor allem solle sichergestellt werden, dass die sterbewillige Person aus eigenem und freiem Willen handelt, so Graf. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2019
Perth – Westaustralien hat als zweiter australischer Bundesstaat die Beihilfe zum Suizid für todkranke Menschen legalisiert. Nach dem Repräsentantenhaus hat heute das Oberhaus in Perth mit 24 zu 11
Westaustralien legalisiert Sterbehilfe für Todkranke
25. November 2019
Paris – Der für das Ende der Behandlung des französischen Komapatienten Vincent Lambert (1976-2019) zuständige Arzt muss sich morgen wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht verantworten. „Es ist
Arzt von Komapatient Lambert vor Gericht
22. November 2019
Berlin – Die FDP-Bundestagsfraktion hat Eckpunkte für ein liberales Sterbehilfegesetz vorgelegt. „Zu einem selbstbestimmten Leben eines Menschen gehört auch, die Entscheidung zu treffen, sein Leben zu
FDP legt Eckpunkte für Sterbehilfe-Gesetz vor
19. November 2019
Köln – Das generelle Verbot des Erwerbs von Betäubungsmitteln zur Selbsttötung ist nach Überzeugung des Verwaltungsgerichts Köln nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Die Kölner Richter setzten daher
Recht auf Selbsttötung: Verwaltungsgericht ruft Bundesverfassungsgericht an
1. November 2019
Berlin – Die 70. Generalversammlung des Weltärztebundes (WMA) hat in einer Deklaration die Ablehnung von Euthanasie und ärztlich unterstütztem Selbstmord bekräftigt. Danach liegt Euthanasie dann vor,
Weltärztebund bestätigt Ablehnung des ärztlich assistierten Suizids und der Euthanasie
1. November 2019
Moskau – In Russland wird über die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe diskutiert. Die orthodoxe Kirche des Landes hat dazu eine klare Position: „Das Leben und der Tod eines Menschen liegen in
Sterbehilfe-Debatte sorgt in Russland für Kontroversen
30. Oktober 2019
Brüssel – Die flämischen Liberalen (Open VLD) haben in Belgien eine neue Debatte über aktive Sterbehilfe für alte Menschen ohne unheilbare Krankheit angestoßen. Die Vorsitzende der Partei, Gwendolyn
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER