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Europaweit größtes Netzwerk für Peritonealdialyse gegründet

Dienstag, 19. Juni 2012

Heidelberg – Zum europaweit größten Ausbildungs- und Forschungsnetzwerk für Bauchfell- oder Peritonealdialyse haben sich Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern zusammengeschlossen. Ziel ist es, dieses vor allem bei Kindern bewährte Blutreinigungsverfahren zu verbessern und Spezialisten auszubilden, um die Anwendung auf erwachsene Patienten zu erweitern.

Die Europäische Union fördert das Netzwerk EuTRiPD (European Training and Research in Peritoneal Dialysis) unter Federführung der Universitätsklinik Amsterdam drei Jahre lang mit 3,2 Millionen Euro.

„Die Peritonealdialyse ist vor allem bei Kindern ein bewährtes Blutreinigungsverfahren bei Nierenversagen, in dem noch viel Entwicklungspotenzial steckt“, erklärte Claus Peter Schmitt, Oberarzt der Sektion Pädiatrische Nephrologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg.

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Anders als bei der bekannteren Hämodialyse muss bei der Peritonealdialyse das Blut nicht außerhalb des Körpers über einen speziellen Filter geleitet werden. Über einen Katheter wird eine spezielle Dialyselösung in die Bauchhöhle gefüllt und mehrmals pro Tag gewechselt. In diese Lösung gibt das gut durchblutete Bauchfell schädliche Abfallprodukte des Stoffwechsels sowie überschüssiges Wasser aus dem Blut ab. Das schonende Verfahren ist vor allem bei kleinen Kindern die Therapie der Wahl. Ihr Blutvolumen ist so gering, dass ihr Kreislauf durch den vorübergehenden Blutentzug bei der Hämodialyse zusammenzubrechen droht.

Bisher kommt die Peritonealdialyse nur bei rund zwei bis drei Prozent der erwachsenen Patienten mit Nierenversagen zum Einsatz. „Die Peritonealdialyse steht bisher noch im Hintergrund und wird den Patienten trotz ihrer Vorteile seltener angeboten. Es gibt einfach zu wenig Erfahrung auf diesem Gebiet“, bemängelte Schmitt.

Neben der Weiterentwicklung des Verfahrens selbst ist es daher ein wichtiges Anliegen von EuTRiPD, Nachwuchsmediziner und -wissenschaftler auszubilden, um zukünftig mehr Patienten diese Behandlungsmöglichkeit zugänglich zu machen. © hil/aerzteblatt.de

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