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Ärzteschaft

Studie bemängelt Versorgung von Demenzpatienten im Krankenhaus

Dienstag, 19. Juni 2012

Witten – Patienten mit einer Demenzerkrankung, die wegen eines Herzproblems oder eines Sturzes in stationärer Behandlung sind, werden dort oft schlecht versorgt. Das berichtet Ingo Füsgen, Geriater der Universität Witten/Herdecke in einer gemeinsamen Studie mit Dag Schütz. Sie hatten dafür deutschlandweit 133 Pflegedirektionen befragt.

„Für diese Patienten mit kognitiven Störungen wird der Aufenthalt zu einer Einbahn­straße in ein Pflegeheim, weil die Untersuchungen und Behandlungen die Verwirrung weiter steigern können“, warnt Füsgen. In den Krankenhäusern seien weder Ärzte noch Pflegende auf die verwirrten Patienten eingestellt. Deshalb steigern sie laut der Befragung deren Verwirrung oft noch. „Das ist für die Patienten und die Angehörigen schlimm, aber auch für die Gesellschaft, die die Kosten tragen muss“, sagte der Geriater.

Laut der Erhebung leiden rund 30 Prozent aller Patienten in Krankenhäusern unter Hirnleistungsstörungen oder eine Demenz. In geriatrisch spezialisierten Krankenhaus­abteilungen seien es rund die Hälfte der Patienten.

Füsgen fordert daher mehr Weiterbildungen für Ärzte und Pflegende im Umgang mit Demenzpatienten, das Risikopotential schon bei der Aufnahme zu erfassen und eine Anpassungen in der Stellenausstattung und bei den Fallpauschalen. © hil/aerzteblatt.de

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