NewsÄrzteschaftStudie bemängelt Versorgung von Demenzpatienten im Krankenhaus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Studie bemängelt Versorgung von Demenzpatienten im Krankenhaus

Dienstag, 19. Juni 2012

Witten – Patienten mit einer Demenzerkrankung, die wegen eines Herzproblems oder eines Sturzes in stationärer Behandlung sind, werden dort oft schlecht versorgt. Das berichtet Ingo Füsgen, Geriater der Universität Witten/Herdecke in einer gemeinsamen Studie mit Dag Schütz. Sie hatten dafür deutschlandweit 133 Pflegedirektionen befragt.

„Für diese Patienten mit kognitiven Störungen wird der Aufenthalt zu einer Einbahn­straße in ein Pflegeheim, weil die Untersuchungen und Behandlungen die Verwirrung weiter steigern können“, warnt Füsgen. In den Krankenhäusern seien weder Ärzte noch Pflegende auf die verwirrten Patienten eingestellt. Deshalb steigern sie laut der Befragung deren Verwirrung oft noch. „Das ist für die Patienten und die Angehörigen schlimm, aber auch für die Gesellschaft, die die Kosten tragen muss“, sagte der Geriater.

Laut der Erhebung leiden rund 30 Prozent aller Patienten in Krankenhäusern unter Hirnleistungsstörungen oder eine Demenz. In geriatrisch spezialisierten Krankenhaus­abteilungen seien es rund die Hälfte der Patienten.

Anzeige

Füsgen fordert daher mehr Weiterbildungen für Ärzte und Pflegende im Umgang mit Demenzpatienten, das Risikopotential schon bei der Aufnahme zu erfassen und eine Anpassungen in der Stellenausstattung und bei den Fallpauschalen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. November 2020
Berlin – Jeder zweite stationär gepflegte Demenzpatient erhält Neuroleptika zur Beruhigung. In der ambulanten Pflege ist es jeder Dritte. Das geht aus dem Demenzreport 2020 der Handelskrankenkasse
Demenzpatienten erhalten weiter häufig Neuroleptika
9. November 2020
Silver Spring/Maryland – Die Chancen, dass mit dem Antikörper Aducanumab in den USA nach 17 Jahren im nächsten Frühjahr erstmals ein neues Medikament zur Behandlung des Morbus Alzheimer zugelassen
Morbus Alzheimer: Externe FDA-Berater lehnen Zulassung von Aducanumab ab
29. Oktober 2020
Boston – US-Senioren, die höheren Feinstaubkonzentrationen an ihrem Wohnort ausgesetzt waren, erkrankten in einer Kohortenstudie in Lancet Planetary Health (2020; DOI: 10.1016/S2542-5196(20)30227-8)
Studie: Feinstaub erhöht Risiko auf Alzheimer und Parkinson
23. Oktober 2020
Seoul – Eine Katheterablation, die ein Vorhofflimmern häufig dauerhaft beseitigt, könnte die Patienten möglicherweise eher vor einer Demenz schützen als eine langfristige orale Antikoagulation. Dies
Vorhofflimmern: Katheterablation senkt Demenzrisiko
19. Oktober 2020
Bonn/Bochum – Bei einer genetischen Veranlagung für die altersbedingte Form der Alzheimer-Erkrankung sind bereits im jungen Erwachsenenalter bestimmte Anzeichen der Erkrankung nachweisbar. Das
Alzheimer-Risikogen beeinflusst Gedächtnisfunktionen junger Erwachsener
14. Oktober 2020
Tübingen – Ablagerungen eines Proteins namens „Medin“ verringern die Elastizität von Blutgefäßen und sind daher ein Risikofaktor für vaskuläre Demenz. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen
Proteinablagerungen im Gehirn möglicherweise Risikofaktor für vaskuläre Demenz
8. Oktober 2020
Hannover – Die Signalübertragung durch Serotoninrezeptoren spielt offenbar eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung sogenannter Tauopathien, also von neurodegenerativen Erkrankungen, in deren
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER