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Ärzteschaft

Geriatrische Patienten in der Notaufnahme – mit sechs Fragen Prognose verbessern

Dienstag, 19. Juni 2012

Köln – Mit sechs Fragen können Ärzte in den Notaufnahmen der Kliniken rasch klären, ob ein Patient von einer speziellen geriatrischen Versorgung profitieren würde. Das geht aus dem „Positionspapier zur Identifizierung geriatrischer Patienten in Notaufnahmen in Deutschland“ hervor. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG), die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) sowie der Bundesverband Geriatrie (BVG) haben es jetzt gemeinsam vorgelegt.

„Altersmediziner stehen nur an wenigen Krankenhäusern in der Notaufnahme zur Verfügung, um über die Weiterbehandlung älterer Patienten mitzuentscheiden“, erläutert der DGG-Präsident Werner Hofmann. „Genau das ist ein Problem – es ist nämlich unbestritten, das eine spezielle altersmedizinische Betreuung die Prognose der entsprechenden Patienten erheblich verbessern kann“, erläutert der Erstautor des Positionspapiers, UIrich Thiem vom Marienhospital Herne, zugehörig zur Ruhr-Universität Bochum.

Eine solche geriatrische Versorgung umfasst das so genannte geriatrische Assessment und einen darauf basierenden individuellen Behandlungsplan. Geriater, Pflegekräfte, Therapeuten, Sozialarbeiter und andere setzen ihn in der Folge gemeinsam um. „Dieser Zusatzaufwand zum Beispiel gegenüber einer allgemein-internistischen Betreuung ist wirksam und daher auch gerechtfertigt. Allerdings müssen wir dafür geeignete, typische geriatrische Patienten schnell und sicher herausfiltern“, so Thiem.

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Die Expertengruppe hat nach einer Literaturrecherche mehrere Instrumente für diesen Zweck bewertet. Danach gibt es international mit dem sogenannten „Identification of Seniors at risk“ (ISAR) die meisten Erfahrungen. „ISAR“ ist ein Fragebogen, bestehend aus sechs Fragen, die sich mit „ja“ oder „nein“ leicht beantworten lassen. „Nehmen Sie jeden Tag mehr als sechs verschiedene Medikamente ein?“ zählt zu den Fragen genauso wie „Waren Sie vor der Erkrankung oder Verletzung, die Sie in die Klinik geführt hat, auf regelmäßige Hilfe angewiesen?“.

Die DGG empfiehlt, den ISAR-Fragebogen für Patienten über 70 Jahre in den Notaufnahmen einzusetzen. So kann die Betreuung älterer Menschen verbessert werden. „Das gilt natürlich vor allem dort, wo Kliniken nicht bereits ein gut funktionierendes System zur Identifizierung geriatrischer Patienten entwickelt haben“, so Thiem. © hil/aerzteblatt.de

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