NewsMedizinHIV und Therapie als Knochenräuber bei jungen Männern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

HIV und Therapie als Knochenräuber bei jungen Männern

Mittwoch, 20. Juni 2012

San Francisco – Eine frühe HIV-Infektion kann verhindern, dass bei Männern im Jugendalter der Maximalwert der Knochenmineraldichte erreicht wird. In einer US-Studie in Clinical Infectious Diseases (2012; doi: 10.1093/cid/cis455) minderte auch die antiretrovirale Therapie die „Peak bone mass“.

An der Studie 021B des Adolescent Trials Network nahmen überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene (Alter 14-25 Jahre) aus Innenstadtbezirken teil, die einen ungesunden Lebens- und Ernährungsstil pflegen. Die Befragung ergab, dass die meisten nicht genügend Kalzium und Vitamin D zu sich nahmen, mehr als 30 Prozent waren Raucher und jeder zweite trieb grundsätzlich keinen Sport.

Schon bei den 53 HIV-negativen Kontrollen ergaben die Knochendichtemessungen mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA), die Kathleen Mulligan von der Universität von Kalifornien in San Francisco veranlasste, eine für das Alter zu geringe Knochenmasse. Bei den 199 HIV-positiven jungen Männern war die Knochendichte in der Hüfte noch einmal um 5 bis 8 Prozent und in der Wirbelsäule um 2 bis 4 Prozent abgefallen, obwohl die HIV-Diagnose im Durchschnitt erst 1,3 Jahre zurücklag (die Infektion selbst aber schon länger bestanden haben könnte).

Anzeige

Ein weiterer Rückgang wurde bei den Teilnehmern gefunden, die bereits eine antiretrovirale Therapie begonnen hatten. Vor allem der Einsatz von Protease-Inhibitoren wirkte sich nach Auskunft von Mulligan ungünstig aus. Sie vermutet, dass die prekäre Ernährungsverhältnisse, Bewegungsmangel, Infektion und eventuell eine Nebenwirkung der eingesetzten Medikamente zusammenkommen.

Im Ergebnis erreichen die Jugendlichen nicht die physiologische „Peak bone mass“. Sie entscheidet im späteren Leben darüber, ob es zu einer Osteoporose kommt. Ob das Frakturrisiko der Patienten erhöht ist und welchen Anteil die Therapie daran hat, lässt sich aufgrund der Studie natürlich nicht vorhersagen. Mulligan rät aber, bei der HIV-Therapie im Jugend- und frühen Erwachsenenalter die Knochendichte im Auge zu behalten und die Patienten zu einer gesunden Lebensweise zu ermahnen. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Dezember 2019
Erfurt/Jena – Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena will gemeinsam mit der Deutschen Aidshilfe die Diskriminierung von Menschen mit HIV erforschen. In dem Projekt sei unter
Jenaer Institut untersucht gesellschaftliche Bedeutung von HIV
29. November 2019
Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), GKV-Spitzenverband und Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) haben zehn Jahre nach dem Start
Gute Wirkung des ambulanten HIV-Versorgungskonzeptes
29. November 2019
Berlin – Das neugegründete Europäische HIV/Aids-Archiv (EHAA) der Berliner Humboldt-Universität (HU) ist aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember ab sofort online zugänglich. Mit Interviews und
HIV und Aids: Archiv der Humboldt-Uni online zugänglich
28. November 2019
Boston – Eine frühzeitige antiretrovirale Behandlung kann eine permanente HIV-Infektion von Neugeborenen zwar nicht verhindern. Erfahrungen aus Botswana, die jetzt in Science Translational Medicine
HIV: Frühe Therapie von infizierten Säuglingen hält Viren besser in Schach
28. November 2019
Stockholm – Bei jeder zweiten Europäerin mit einer HIV-Infektion wird die Erkrankung erst in einem späten Stadium erkannt. Darauf hat das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle
HIV-Infektionen vieler Frauen werden in Europa zu spät erkannt
27. November 2019
Potsdam – Die neue Brandenburger Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne) hält die Aidsprävention weiterhin für unverzichtbar. Es gebe zwar einen leichten Rückgang bei der Zahl der
Aidsprävention bleibt unverzichtbar
26. November 2019
Köln – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat zu mehr Solidarität mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben aufgerufen. Nötig sei ein „offener Umgang“ mit Erkrankten im Beruf,
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER