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Medizin

Botox nur bei chronischer Migräne ratsam

Donnerstag, 21. Juni 2012

Berlin – Botulinumtoxin A, kurz Botox, wirkt nur bei chronischer Migräne, also bei Patienten, die an mindestens 15 Tagen im Monat unter den quälenden Schmerzen leiden. Gegen episodische Migräne oder andere Formen von Kopfschmerzen hilft Botox dagegen nicht. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen.

In Deutschland leiden mehr als zehn Millionen Menschen unter verschiedenen Arten von Kopfschmerzen, die meisten von ihnen sind Frauen. Chronische Migräne, die oft mit Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm sowie Depressionen einhergeht, kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Um ihren Alltag zu bewältigen, müssen die Patienten beinahe ständig Medikamente einnehmen. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar – man kann lediglich den Attacken vorbeugen und die Schmerzen lindern.

Das Botulinumtoxin wird bereits seit vielen Jahren bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt, etwa um Muskelspastiken zu lösen oder bei Bewegungsstörungen. Bei der ästhetischen Behandlung mimischer Falten mit Botox wurde zufällig eine Nebenwirkung des Wirkstoffs entdeckt, nämlich eine Besserung des Krankheitsbilds bei Migräne­patienten.

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Botox ist daher seit Ende September 2011 in Deutschland zur Linderung der Symptome von Migräne zugelassen. Es schafft aber lediglich bei der chronischen Migräne eine spürbare Besserung: Die Zahl der Krankheitstage pro Monat nimmt im Vergleich zum Placebo-Präparat um durchschnittlich zwei Tage ab. Bei episodischen Kopfschmerzen, verringern sich die Kopfschmerztage im Vergleich zum Scheinmedikament dagegen nicht.

Das ergab eine Auswertung verschiedener Studien im Medizinjournal JAMA (2012, 307: 1736-1745). „Die Behandlung mit dem Botulinumtoxin sollte nur im Einzelfall und von erfahrenen Kopfschmerzspezialisten durchgeführt werden“, so das Fazit des DGN-Kopfschmerzexperte Hans-Christoph Diener.  © hil/aerzteblatt.de

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