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Medizin

HIV: Postpartale Prophylaxe mit Kombination effektiver

Donnerstag, 21. Juni 2012

Los Angeles – Die Erweiterung um Nevirapin kann die Effektivität der HIV-Postex­positionsphylaxe von Neugeborenen, die derzeit mit Zidovudin durchgeführt wird, deutlich verbessern. Dies zeigt eine randomisierte Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366:2368-2379), in der eine Dreifachkombination die Effektivität nicht weiter steigerte, die Verträglichkeit jedoch herabsetzte.

In den ärmeren Hochprävalenzländern wird eine HIV-Infektion von Schwangeren oft erst unter der Geburt festgestellt. Einige Kinder sind zu diesem Zeitpunkt bereits mit HIV infiziert, andere stecken sich unter der Geburt an. Ein weiteres Risiko besteht während der Stillphase, weshalb zu einer Ersatznahrung geraten wird.

Von den 1.684 Säuglingen einer Studie, die das International Maternal Pediatric Adolescent AIDS Clinical Trials Group (IMPAACT) in Lateinamerika und Südafrika durchgeführt hat, waren bei der Geburt bereits 93 (5,7 Prozent) HIV-positiv. Für sie kam die Postexpositionsprophylaxe zu spät.

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Die Postexpositionsprophylaxe besteht üblicherweise in einer Therapie mit Zidovudin über sechs Wochen. Sie wurde in der Studie bei einem Drittel der Neugeborenen durchgeführt. Dennoch infizierten sich in dieser Gruppe weitere 4,8 Prozent der Kinder. In einer zweiten Gruppe wurde Zidovudin mit Nevirapin kombiniert. Die Rate der postpartalen HIV-Infektionen konnte dadurch auf 2,2 Prozent gesenkt werden, wie Karin Nielsen-Saines von Los Angeles Health Sciences berichtet.

Die Ergebnisse waren damit gleich gut wie in einer dritten Gruppe, in der Zidovudin mit Nelfinavir und Lamivudin kombiniert wurde. Hier kam es bei 2,4 Prozent zu einer HIV-Infektion. Alle Kinder der Studie wurden nicht gestillt, sondern mit einer Ersatznahrung gefüttert.

Nielsen-Saines plädiert für eine Kombination aus Zidovudin mit Nevirapin, da die Rate der Neutropenien, der wichtigsten Nebenwirkung der Postexpositionsprophylaxe, mit 14,9 Prozent nicht höher war als unter der Zidovudin-Monotherapie (16,4 Prozent), während die Rate unter der Dreifach-Prophylaxe auf 27,5 Prozent angestiegen war. © rme/aerzteblatt.de

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