NewsÄrzteschaftBayerischer Hausärzteverband kritisiert Verschwendung von Kassengeldern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bayerischer Hausärzteverband kritisiert Verschwendung von Kassengeldern

Montag, 25. Juni 2012

München – Die Krankenkassen sollten überschüssige Beiträge einsetzen, um die Versorgung zu verbessern und nicht in ungesicherte Therapiemethoden investieren. Das fordert der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV). „Es kann nicht sein, dass eine gesetzliche Krankenkasse mit Millionenbeträgen Therapiemethoden fördert, deren Wirksamkeit nicht bestätigt ist, während das Geld in der breiten hausärztlichen Versorgung fehlt“, sagte der Verbandsvorsitzende Dieter Geis.

An sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten mangele es nicht. Geiss nannte den Erlass der Praxisgebühr für Teilnehmer an Hausarztverträgen, um diese Versorgungsform zusätzlich zu fördern. Weitere Baustellen in der Gesundheitsversorgung, die dringend zusätzliche Mittel benötigten, seien unter anderem der ärztliche Bereitschaftsdienst und die Ausbildung in der Allgemeinmedizin, die immer noch stiefmütterlich behandelt werde.

„Solange an allen Ecken und Enden Geld fehlt, darf es einer gesetzlichen Krankenkasse nicht gestattet sein, Mitgliedsbeiträge, die der Solidargemeinschaft zu Gute kommen sollen, für strittige Leistungen auszugeben. Hier ist die Politik gefragt“, sagte der bayerische Hausärztechef.

Anzeige

Er betonte, es sei außerdem keinem Arzt zu vermitteln, dass er mit seinem Privatvermögen für notwendige Verordnungen haftbar gemacht werden könne, wenn eine Kasse andererseits ihren Versicherten Medikamente spendiere, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen enthalten seien. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #104249
Senbuddy
am Dienstag, 26. Juni 2012, 11:18

Wichtiger als Esoterik...

...sind doch wohl Themen wie das Abschaffen der Praxisgebühr, Verbesserung von Bereitschaftsdienstes usw.. Da hat der Hausärzteverband recht.

Den GKVen sollte es schlicht untersagt sein, Heilverfahren zu erstatten, die nicht im Leistungskatalog stehen. Körperschaften des öffentlichen Rechtes müssen nicht mit Alternativmedizin, Wellnesswochenenden und ipods für Kinder auf "Mitgliederfang" gehen. Auch die unsägliche Werbung mit solchem Zeug sollte denen untersagt sein.

Und wer solche Sachen unbedingt haben will, soll sie sich selbst kaufen oder sich eine (dafür allerdings ebenfalls sinnlose) private Zusatzversicherung nehmen.

Leider sind das alles Auswirkungen des Einheitsbeitrages, durch den sich die GKVen nicht mehr über ein vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis, sondern nur noch über sinnlose Zusatzleistungen von der "Konkurrenz" abheben können.

Ulla Schmidt sei nachträglich Dank für solche Auswüchse...
Viele Grüße
S.
Avatar #87638
bambes
am Dienstag, 26. Juni 2012, 10:31

Die Niederländer sind da schon einen Schritt weiter

http://blogs.taz.de/meineguete/2012/06/20/harter-schlag-gegen-homoopathie/
Avatar #88255
doc.nemo
am Dienstag, 26. Juni 2012, 10:18

Oberflächlich und polemisch?

Zitat hotte: "Wenn Sie den Naturheilverfahren insgesamt dennoch lediglich Placebowirkung bescheinigen, belegt dies eindrucksvoll wie fundiert Sie sich mit diesen Methoden befasst haben - nämlich gar nicht."

Das trifft doch wohl eher auf Sie zu, hotte. Welche Studien die Wirksamkeit von Akupunktur und Homöopathie "hinreichend" belegen sollen, ist den wissenschaftlich orientierten Ärzten ein Rätsel. Dagegen zeigen alle korrekt durchgeführte Studien, dass mehr als ein Plazeboeffekt nicht drin ist. Das heißt nicht, dass alternativmedizinische Verfahren grundsätzlich keine "Wirkung" haben, aber eben nicht mehr als Hokuspokus im weißen Kittel und Schamanentum. Die Geschichte der Medizin zeigt ja zur Genüge, dass man sich damit erfolgreich in einer Gesellschaft behaupten kann.
Avatar #115345
hotte
am Dienstag, 26. Juni 2012, 09:24

Oberflächlich und polemisch

....mehr kann einem zu Ihrem Kommentar "DöringDöring" nicht einfallen. Wer -wie Sie- der Akupunktur, Homöopathie und sogar den Naturheilverfahren ganz allgemein nur einen Placeboeffekt bescheinigt, hat sich mit diesen Behandlungsmethoden nicht annähernd seriös auseinandergesetzt und beschäftigt. Sprechen Sie mal mit einigen der zigtausenden Patienten, die durch Akupunktur oder Homöopathie eine Linderung oder Heilung ihrer Leiden erfahren haben, nachdem die Schulmedizin nicht hatte helfen können. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es bedarf eines Nebeneinander von Schulmedizin und seriöser Naturheilverfahren. Dass zu letzteren auch Akupunktur und Homöopathie zählen, ist durch zahlreiche Studien hinreichend belegt. Wenn Sie den Naturheilverfahren insgesamt dennoch lediglich Placebowirkung bescheinigen, belegt dies eindrucksvoll wie fundiert Sie sich mit diesen Methoden befasst haben - nämlich gar nicht.
Avatar #103970
DöringDöring
am Montag, 25. Juni 2012, 22:36

Bayerischer Hausärzteverband kritisiert Verschwendung von Kassengeldern

Recht haben Sie; überfällig.
Es kann nicht sein, dass die gesetzlichen Krankenkassen für Aussenseitermedizin, die lediglich nur einen reinen Placeboeffekt haben, (Akupunktur, Naturheilverfahren, Homöopathie usw) Geld ausgeben und das Geld bei solider Schulmedizin gespart werden muss.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER