NewsPolitikZahl der psychischen Erkrankungen steigt weiter an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Zahl der psychischen Erkrankungen steigt weiter an

Dienstag, 26. Juni 2012

Berlin – In den vergangenen fünf Jahren sind Krankschreibungen infolge psychischer Erkrankungen um 60 Prozent angestiegen. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2012 der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Die Ursache liege auch in der gestiegenen Sensibilität im Umgang mit psychischen Erkrankungen, sagte der Vorstandsvorsitzende der TK, Norbert Klusen, am Dienstag in Berlin. „Ärzte sind heute besser in der Lage, psychische Ursachen von Beschwerden zu erkennen und zu diagnostizieren.“

Auffällig sei, dass zwischen 2000 und 2005 vor allem arbeitslose Erwerbspersonen überdurchschnittlich von psychisch bedingten Krankschreibungen betroffen gewesen seien. Seit 2006 hingegen betreffe der Anstieg vor allem die Berufstätigen. Insgesamt waren die Versicherten der TK, auf deren Daten der Gesundheitsreport basiert, im vergangenen Jahr 12,8 Tage krankgeschrieben. Gut zwei Tage entfielen dabei auf die Diagnose „Psychische Störungen“.

„Von psychischen Störungen sind besonders Frauen, Großstädter und Dienst­leistungs­beschäftigte betroffen“, erklärte Klusen auf seiner letzten Pressekonferenz als TK-Chef. Seine Nachfolge tritt zum 1. Juli der Transplantationschirurg Jens Baas an. „Wir wissen, dass Menschen in Ballungsräumen wie Hamburg und Berlin überdurchschnittlich häufig von psychisch bedingten Fehlzeiten betroffen sind.“

Ein höheres Risiko hätten auch Beschäftigte in Dienstleistungsberufen wie Callcenter-Mitarbeiter, Pflegepersonal und Erzieher. Dass diese Berufe häufiger von Frauen ausgeübt würden, sei sicherlich auch ein Grund dafür, dass weibliche Erwerbspersonen seelisch belasteter seien, so Klusen.

Vor allem gelte dies für Beschäftigte zwischen Mitte dreißig und Mitte fünfzig, der soge­nannten Sandwich-Generation, die oftmals doppelt oder sogar dreifach belastet seien. „Sie befinden sich beruflich in der Phase, in der entscheidende Weichen für die Karriere gestellt werden. Sie kümmern sich um ihre Kinder und nicht selten inzwischen auch um die Pflege ihrer Eltern“, erklärte der TK-Vorsitzende.

Ein weiterer Risikofaktor für psychische Erkrankungen ist dem TK-Report zufolge auch die Mobilität. Berufspendler seien zwar seltener und insgesamt weniger krankge­schrieben als wohnortnah arbeitende Erwerbstätige, sagte Klusen.

„Sie sind jedoch häufiger und langwieriger von psychischen Diagnosen betroffen. Dieses Risiko nimmt nicht nur mit jedem weiteren Wohnort- und Arbeitsplatzwechsel zu, sondern steigt auch mit dem Alter.“ 45 Prozent aller TK-versicherten Berufstätigen werden dabei als Berufspendler betrachtet, da sie zu ihrer Arbeit in einen anderen Kreis pendeln. © AS/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER