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Medizin

Nahrungs­mittel-Allergien heftiger als erwartet

Dienstag, 26. Juni 2012

Denver – US-Allergologen warnen davor, Nahrungsmittelallergien zu bagatellisieren. In einer Beobachtungsstudie in Pediatrics (2012; doi: 10.1542/peds.2011-1762) hatte jedes zweite Kind innerhalb von 3 Jahren mehr als eine Reaktion erlebt, darunter auch schwere Reaktionen. Die Autoren kritisieren, dass häufig auf eine Adrenalininjektion verzichtet wird. Vor allem Teenager neigen zu gefährlichen Selbstexpositionen.

Das Consortium of Food Allergy Research (CoFAR) begleitet eine Gruppe von 512 Patienten, bei denen anfangs eine Allergie auf Milch oder Eier festgestellt wurde. Inzwischen sind bei einigen auch Sensibilisierungen auf Erdnuss, Weizen, Fisch, Nüsse und andere Nahrungsmittel hinzugekommen. Trotz der Warnung der Ärzte, die entsprechenden Nahrungsmittel zu meiden, wurden in den ersten 3 Jahren 1.171 Reaktionen dokumentiert (im Durchschnitt 0,81 pro Jahr).

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Etwa 11 Prozent der Reaktionen wurden als schwer eingestuft. Darunter waren auch Schwellungen im Rachen, Atemstörungen sowie Blutdruckabfälle oder Bewusstlosigkeit, wie David Fleischer vom National Jewish Health in Denver und Mitarbeiter berichten. Todesfälle durch anaphylaktische Reaktionen werden allerdings nicht beschrieben.

Laut Fleischer wurden nur in 30 Prozent der schweren Reaktionen Adrenalin-Injektionen durchgeführt, da die Präparate entweder nicht im Haushalt vorhanden waren, die Betreuer (zumeist die Eltern) sich die Injektion nicht zutrauten oder nicht für notwendig erachteten. Etwa 90 Prozent der Reaktionen waren auf eine orale Exposition zurückzuführen.

Häufig hatten die Eltern nicht auf die Angaben zu den Inhaltsstoffen der Nahrungsmittel geachtet oder diese falsch interpretiert. Es gab aber auch Fälle, in denen absichtlich eine Exposition herbeigeführt wurde. Diese riskanten Selbstversuche, von denen Fleischer dringen abrät, seien vor allem bei Teenagern verbreitet, die austesten möchten, ob sie weiterhin allergisch sind. © rme/aerzteblatt.de

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