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Rheumatoide Arthritis: Biologika in der Zweitlinientherapie sinnvoll

Donnerstag, 28. Juni 2012

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat neun biotechnologisch hergestellte Arzneimittel für die Behandlung von Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis in einem Vorbericht grundsätzlich positiv bewertet. Die Medika­mente dienen der Zweitlinientherapie, werden also bei Patienten eingesetzt, bei denen eine medikamentöse Vorbehandlung versagt hat.

„Für die meisten Wirkstoffe gibt es Belege, Hinweise oder zumindest Anhaltspunkte für einen Nutzen in Bezug auf mindestens ein Zielkriterium. Es fehlen aber Langzeitdaten und belastbare Direktvergleiche von Biologika untereinander, um zu beurteilen, welche der Wirkstoffe in der Zweitlinientherapie besser oder schlechter geeignet sind“, hieß es aus dem IQWiG.

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung und die häufigste Form der chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen. Die Patienten leiden unter Schmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung, depressiven Verstimmungen, Funktionseinschränkungen und damit einhergehendem Verlust der Lebensqualität, der Selbstständigkeit und der Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben.

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Bei den Arzneimitteln handelt es sich um sogenannte erkrankungsmodifizierende Antirheumatika (Disease-Modifying Antirheumatic Drugs, DMARD), die anders als Entzündungshemmer in den Erkrankungsmechanismus selbst eingreifen. Biotechno­logisch hergestellte DMARD (bDMARD) werden aus lebenden Zellkulturen gewonnen.

Zum Zeitpunkt der Beauftragung des IQWiG im Jahr 2010 existierten neun solcher Arzneimittel: Abatacept (Orencia®), Adalimumab (Humira®), Anakinra (Kineret®), Certolizumab pegol (Cimzia®), Etanercept (Enbrel®), Golimumab (Simponi®), Infliximab (Remicade®), Rituximab (MabThera®) und Tocilizumab (RoActemra®).

Die bDMARDs greifen über unterschiedliche Mechanismen an verschiedenen Stellen des Entzündungsprozesses an. Die meisten von ihnen hemmen den sogenannten Tumornekrosefaktor(TNF)-α, der das Entzündungsgeschehen beeinflusst.

Bei fünf Wirkstoffen (Abatacept, Adalimumab, Certolizumab pegol, Golimumab und Tocilizumab) fanden die IQWiG-Wissenschaftler Belege für einen Nutzen bezüglich der Zielkriterien Remission, Symptome, körperlicher Funktionsstatus und/oder Lebensqualität. Bei den weiteren vier Biologika (Anakinra, Etanercept, Infliximab und Rituximab) gab es zwar keine Belege, aber Anhaltspunkte oder Hinweise auf einen Vorteil in Bezug auf mindestens eines der Zielkriterien.

Bei vier Wirkstoffen (Adalimumab, Certolizumab pegol, Infliximab und Tocilizumab) zeigten sich aber auch mindestens Anhaltspunkte für Schäden durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Für die übrigen fünf Biologika gab es auf Basis der vorliegenden Studien keine Belege, Hinweise oder Anhaltspunkte dafür, dass sie solche Schäden oder eben keine solchen Schäden mit sich bringen.

Interessierte können bis zum 25. Juli 2012 Stellungnahmen zu dem Vorbericht abgeben.

© hil/aerzteblatt.de

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