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DIMDI sieht Mängel in der Burnout-Versorgung

Freitag, 29. Juni 2012

Köln – Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die Behandlungsqualität von Burnout-Patienten in Frage gestellt. Laut einem neuen HTA-Bericht sieht das Institut lediglich die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) nachgewiesen. Der Nutzen anderer Therapien wie Musiktherapie, Physiotherapie oder Stressmanagement sei dagegen nicht eindeutig belegbar. Zudem fehle eine klare Definition des Krankheitsbildes. Insgesamt sieht das DIMDI einen hohen Bedarf ausreichend großer und langfristig angelegter experimenteller Studien, die die einzelnen Therapien in ihrer Wirkung vergleichen und beurteilen.

Derzeit wird Burnout häufig mit kognitiven Therapieverfahren behandelt, die Gedanken, Einstellungen und Überzeugungen der Patienten in den Vordergrund stellen. So erweist sich laut HTA-Bericht etwa die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gleich in mehreren Studien als wirksam. Sie reduziere den Grad der emotionalen Erschöpfung, das Leitsymptom des Burnout-Syndroms.

Den Einsatz von Antidepressiva und Beruhigungsmitteln bewerten die Wissenschaftler dagegen überwiegend kritisch. Lediglich wenn Burnout im Zusammenhang mit einer  Depression oder Angststörung auftrete, könne eine medikamentöse Behandlung des Burnouts mit Antidepressiva angebracht sein.

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Während die pflanzliche Substanz Rosenwurz sich laut HTA-Bericht bei der Burnout-Behandlung günstig auf Aufmerksamkeit, Lebensqualität sowie auf Erschöpfungs- und Depressionssymptome auswirke, sei die Studienlage zu weiteren alternativen Behandlungen unklar: Kunsttherapie beschränke sich auf den musiktherapeutischen Ansatz, andere Kunstformen seien kaum bedeutsam.

Aufgrund unterschiedlicher Studienergebnisse können die Autoren jedoch die Wirkung nicht abschließend beurteilen. Zur Qigong-Therapie konnte ebenfalls keine der eingeschlossenen Studien eine Wirkung eindeutig nachweisen, für die progressive Muskelentspannung fehlen Studien zum Wirksamkeitsnachweis völlig.

Erfolge bei der Burnout-Reduktion bescheinigt der Bericht dagegen Veränderungen am Arbeitsplatz wie verminderte Arbeitsbelastung, vergrößerte Entscheidungsspielräume oder verbessertes Arbeitsklima. Kombiniert mit KVT führe dies nachweislich zu einer schnelleren Rückkehr in den Beruf. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #93082
Narkoleptiker
am Freitag, 6. Juli 2012, 23:08

es würde mich absolut nicht wundern

wenn diese ganze Burnout-Diskussion dazu führen würde, dass die Stigmatisierung der psychisch Kranken wieder ansteigt.

Bevor man die Behandlungsqualität kritisiert, sollte erstmal das Krankheitsbild definiert werden. Letztlich ist Burnout doch ein Sammelbegriff, unter dem sich alles mögliche verbergen kann.

Einmal ganz davon abgesehen: Wenn die Zahl der Erkrankten so hoch ist, dann sollte man sich vielleicht verstärkt mal den Ursachen widmen und diese bekämpfen! Was im übrigen auch für die psychischen Erkrankungen gilt, die auf berufliche Ursachen zurückgehen.
LNS

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