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Ärzteschaft

Marburger Bund warnt vor Vernachlässigung öffentlicher Gesundheitsdienste

Freitag, 29. Juni 2012

Berlin – Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat ihre Forderung nach einer besseren Bezahlung der Ärzte im Öffentlichen Dienst unterstrichen. „Die Gesundheits­ämter bluten aus, weil sich die kommunalen Arbeitgeber einer tariflichen Regelung für alle Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst verweigern“, monierte MB-Chef Rudolf Henke. Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) lehnt die tarifliche Anpassung ab, da sie die Tätigkeiten und Belastungen von Ärzten in Gesundheitsämtern und Ärzten an Krankenhäusern für nicht vergleichbar hält.

Laut MB liegen die Ärztegehälter im öffentlichen Gesundheitsdienst zwischen 10 und 20 Prozent unter dem tarifüblichen Niveau angestellter Ärzte in kommunalen Kranken­häusern. Bislang verliefen die Tarifverhandlungen für Ärzte im öffentlichen Gesund­heitsdienst ergebnislos.

 „Die kommunalen Arbeitgeber forcieren den Ärztemangel im öffentlichen Gesundheits­dienst und gefährden damit die gesundheitliche Gefahrenabwehr in Deutschland“, warnte der MB. Die  Weigerung, Ärzte in Gesundheitsämtern mit anderen angestellten Ärzten tariflich gleichzustellen, verschärfe die Personalsituation im öffentlichen Gesund­heits­dienst dramatisch.

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Daran könnten auch die von der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) empfoh­lenen „Handlungsoptionen zur Personalgewinnung und Personalbindung“ im Öffentlichen Gesundheitsdienst nichts ändern. „Die Boykott-Strategie der VKA wird dazu führen, dass sich immer weniger Ärzte für die verantwortungsvolle Tätigkeit in den Gesundheitsämtern interessieren“, befürchtet Henke.

Dabei sei die Tätigkeit von Ärzten im öffentlichen Gesundheitsdienst ebenso wie die anderer Ärzte von hoher Verantwortung geprägt. Zu ihren Aufgaben gehöre nicht nur der Gesundheitsschutz, insbesondere die Bekämpfung von übertragbaren Infektionen, sondern auch das weite Feld der Prävention und Gesund­heits­förder­ung, von der Schulgesundheitspflege bis hin zur Suchtberatung.

„Es wird häufig außer Acht gelassen, dass ohne den öffentlichen Gesundheitsdienst die medizinische Betreuung sozial benachteiligter, psychisch kranker und wohnungsloser Menschen ins Schleudern geriete. Die Wertschätzung für diese gesellschaftlich so bedeutsame Aufgabe muss sich endlich auch materiell in angemessenen Tarifen für die Ärzte niederschlagen“, forderte Henke. © hil/aerzteblatt.de

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