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Medizin

Schlechte Nachrichten im TV verstärken Schmerzsyndrom

Mittwoch, 4. Juli 2012

Beerscheba – Patienten mit einem chronischen Schmerzleiden sollten sich schlechte Nachrichten im Fernsehen möglicherweise lieber nicht anschauen. Denn dadurch könnten sich ihre Schmerzen verschlimmern. Glaubt man einer neuen Studie, die Wissenschaftler der israelischen Ben-Gurion Universität im Fachmagazin Journal of Clinical Psychology in Medical Settings (doi: 10.1007/s10880-012-9313-4) publiziert haben, kann die mediale Darstellung von Raketenangriffen die Schmerzintensität bei solchen Patienten erhöhen. Dagegen habe die Berichterstattung keinen Einfluss auf Angststörungen oder Depressionen, so die Autoren.

Die Ergebnisse der Forscher unter der Leitung von Golan Shahar ergänzen bisherige Untersuchungen, die sich mit dem Einfluss von Terrorismus auf die physische und mentale Gesundheit beschäftigen. Ebenso liefern die Forscher Einblicke in das Empfinden chronischer Schmerzpatienten.

Den Untersuchungen der Autoren liegen Fragbögen zugrunde, die Schmerz-Patienten im Süden Israels drei Wochen und drei Wochen nach im Fernsehen gezeigten terroris­tischen Anschlägen ausgefüllt hatten. Dabei sollten sie angeben, wie intensiv sie aktuell ihren Schmerz empfinden und zusätzlich mehrere Fragen über Angst und Depressionen beantworten.

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Mit Hilfe einer Regressionsanalyse stellten die Wissenschaftler fest, dass der Schmerz von den Probanden intensiver empfunden wurde und die sensorische Komponente des Schmerzes überwog, nachdem die Patienten von dem Terroranschlag über die Medien erfahren hatten.

Dagegen änderte sich das Risiko, krankhaft ängstlich oder depressiv zu werden, dadurch nicht. Jedoch erhöhte die mediale Berichterstattung bei diesen Patienten die Stressempfindung, die nach den Fernsehaufnahmen signifikant anstieg.

Während der Effekt des Terrorismus auf die mentale Gesundheit gut erforscht sei, gibt es über den Einfluss auf die rein physische Gesundheit den Autoren zufolge noch wenige Studien.

Mit ihrer Studie dagegen meinen die Wissenschaftler aus Israel belegt zu haben, dass allein die Berichterstattung im Fernsehen schon körperliche Folgen haben kann. © hil/aerzteblatt.de

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